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Milchindustrie Butter wird nicht knapp

Lebensmittel Praxis | 25. Oktober 2018
Milchindustrie: Butter wird nicht knapp

Bildquelle: LP Archiv

Die Bedingungen am Milchmarkt erforderten höhere Produktpreise, so das derzeitige Fazit des Milchindustrie-Verbands (MIV). Die Aussichten seien von widersprüchlichen Rahmenbedingungen wie den Auswirkungen der langen Dürre sowie dem EU-Themen Brexit und GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) geprägt.

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Die Auswirkungen der Dürre im Sommer 2018 werden sich laut MIV erst in den nächsten Monaten mit fortschreitender Winterfütterung der Kühe deutlicher abzeichnen. Deutschland wie die EU werden aber aufgrund der hohen Milchanlieferung im ersten Halbjahr 2018 in Summe leicht über den Vorjahreswerten 2017 liegen.

Der anstehende Brexit dagegen werde heftige Folgen für das Marktgeschehen auch bei Milcherzeugnissen haben. Das Vereinigte Königreich ist ein wichtiger Importeur nicht nur bei Joghurt und Butter, sondern auch bei Käse: So produziert Großbritannien sogar weniger Käse als es importiert. Insbesondere die Milchwirtschaft der Republik Irland ist ein wichtiger Lieferant für den Inselstaat und muss sich ab April 2019 vielleicht verstärkt neue Exportdestinationen suchen.

Steigende Milchpreise sind für die Landwirte gerade vor dem Hintergrund der zum Teil unzureichenden Futterversorgung und gestiegenen Kosten wichtig. Für das Kalenderjahr kalkuliert der Verband derzeit mit einem durchschnittlichen Milchpreis von etwa 34 Cent/kg netto bezogen auf einen Fettgehalt von 4,0 Prozent.

Durch das höhere Preisniveau hat Deutschland wie auch die EU geringe Exportmöglichkeiten für Butter. Als direkte Reaktion auf den Preisanstieg konnte der Lebensmitteleinzelhandel zugleich 7,7 Prozent weniger Butter verkaufen. Gemildert wird das Gesamtbild durch den gestiegenen Absatz an Mischfetten aus Butter und z. B. Rapsöl um 8,7 Prozent. „Sollten die Butterpreise wieder sinken, werden die Verbraucher auch wieder mehr Butter kaufen. Für die Weihnachtsbäckerei wird auf jeden Fall genug Butter vorhanden sein“, äußert sich der Vorsitzender des MIV, Peter Stahl, zuversichtlich.