Dem Agrarministerium in Schwerin zufolge erhielten in Mecklenburg-Vorpommern 50 Fischereibetriebe eine Ausgleichszahlung von Bund und EU, um die Verluste aus der zeitweiligen Einstellung des Fischfangs auszugleichen. Das war etwa ein Viertel der Betriebe. Die Fangquote war um 56 Prozent reduziert worden, damit sich die Dorschbestände erholen. Im Durchschnitt erhielt laut Bundesregierung jeder Betrieb knapp 6.500 Euro. Betriebe mit Fahrzeugen unter acht Metern Länge gingen jedoch leer aus. Sie seien nicht logbuchpflichtig und hätten freiwillig kein Logbuch als Nachweis ihrer Fangtätigkeit geführt, erklärte eine Ministeriumssprecherin. "Daher durften sie dieses Jahr nicht berücksichtigt werden." Das Land erwäge aber für
2018 die Finanzierung von Hilfen für sechs bis acht Meter lange Fischereiboote aus Landesmitteln. Als Nachweis der 120 Seetage könnten die Anlandebestätigungen durch die Erzeugerorganisationen gelten.
Dem Bundeslandwirtschaftsministerium zufolge hat sich die deutsche Fischerei in der Ostsee seit 2008 deutlich verringert. Bis 2016 habe sich die Zahl der Fischereifahrzeuge von 1.065 auf 830 reduziert. Die Beschäftigtenzahl sei von 1.216 auf 843 im Jahr 2015 zurückgegangen, der Umsatz im selben Zeitraum von 35,3 Mio. auf 22,5 Mio. Euro.
Fangquote gekürzt Entschädigung für Betriebe
Wegen der stark gekürzten Fangquote für Dorsche in der Ostsee in diesem Jahr haben bisher 100 Fischereibetriebe in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein Stilllegungsprämien erhalten. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken im Bundestag hervor, über welche die "Ostsee-Zeitung" berichtete.
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