Fipronil-Skandal:EU-weiter Schaden größer als gedacht

Bildquelle: Creative Collection

Fipronil-Skandal EU-weiter Schaden größer als gedacht

Rund 10,7 Mio. möglicherweise mit Fipronil belastete Eier aus den Niederlanden sind laut Bundeslandwirtschaftsministerium nach Deutschland geliefert worden, berichtet die „Rheinische Post“ unter Berufung auf eine Antwort des Ministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion. In anderen Ländern wird das Ausmaß jetzt erst deutlicher.

Anzeige

In Österreich verkauften zwei Großhändler Hunderte kg gekochter und geschälter Eier aus den Niederlanden, die mutmaßlich belastet sind, teilte die Lebensmittelaufsicht nach Informationen der dpa mit. Eine Rückrufaktion laufe. Großbritannien geht mittlerweile von 700.000 belasteten Eiern aus, die importiert wurden - etwa 33 Mal so viel wie zunächst angenommen. In Frankreich sollen fünf weiterverarbeitende Betriebe insgesamt 1,7 Mio. kontaminierte Eier aus den Niederlanden und aus Belgien bekommen haben. Darüber hinaus seien mehr als 240.000 mit Fipronil belastete Eier in den Handel gelangt, sagte Landwirtschaftsminister Stéphane Travert dem Radiosender RMC.

Dänemark schätzt, dass rund 20 t mit Fipronil belastete Eier importiert wurden, teilte die Behörde für Lebensmittelsicherheit mit. Eine dänische Firma habe die gepellten und gekochten Eier von einem belgischen Händler bezogen - produziert wurden die Eier demnach aber in den Niederlanden. Rumänische Behörden haben 1 t flüssiges Eigelb mit Fipronil-Belastung sichergestellt - geliefert wurde die Ware demnach aus Deutschland. Auch Luxemburg, Schweden und die Schweiz sind Informationen der dpa vom Skandal betroffen, Spanien, Portugal und Italien nach ersten Erkenntnissen nicht.

Derweil gibt es Fortschritte bei den Ermittlungen. Im Rahmen einer koordinierten Razzia in den Niederlanden und Belgien nahm die niederländische Polizei zwei Manager des Unternehmens ChickFriend fest. Alle rund 180 niederländischen Eierproduzenten, bei denen mit Fipronil belastete Eier gefunden wurden, sollen Kunden von ChickFriend gewesen sein. Die Männer stehen unter Verdacht, bei der Säuberung von Hühnerställen bewusst Fipronil eingesetzt zu haben. Ihnen wird eine Gefährdung der öffentlichen Gesundheit sowie den Besitz verbotener Substanzen vorgeworfen.