Der Einzelhandel in Deutschland hat im ersten Halbjahr 2026 trotz Kaufzurückhaltung der Verbraucher ein Umsatzplus erzielt. Bereinigt um Preissteigerungen stiegen die Erlöse um 0,7 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Nominal betrug das Plus 2,2 Prozent.
Privater Konsum insgesamt verhalten
Im Juni gingen die Umsätze allerdings zurück. Im Vergleich zum Mai 2026 sanken sie den Angaben zufolge real um 1,1 Prozent und nominal um 1,2 Prozent. Im Mai hatte der Einzelhandel noch eine Umsatzsteigerung von real 1,2 Prozent verzeichnet.
Der private Konsum entwickelte sich in den vergangenen Monaten insgesamt verhalten, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Inflation verharrte über der Zwei-Prozent-Marke und zog im Juli wieder sprunghaft auf 2,8 Prozent an. Eine höhere Teuerungsrate schmälert die Kaufkraft der Menschen.
Ifo-Institut meldet pessimistische Erwartungen
Mehr als die Hälfte der Einzelhändler schätzen die Nachfrage als unzureichend ein. In einer Umfrage des Ifo-Instituts bewerteten 54 Prozent der Einzelhändler die Nachfrage im Juli entsprechend. Die Erwartungen bleiben überwiegend pessimistisch, auch wenn sie sich zum dritten Mal in Folge verbesserten.
Die Stimmung in der Branche sei weiterhin schlechter als vor der Eskalation des Konflikts im Iran Ende Februar, ordnete Ifo-Experte Patrick Höppner ein. Viele Einzelhändler schätzen die Geschäftsaussichten für den weiteren Jahresverlauf sehr zurückhaltend ein.
