Eine neue Studie der Marktforscher von Yougov Shopper setzt sich intensiv mit der Bedeutung von Frischetheken und dem entsprechenden Konsumverhalten auseinander. Demnach sehen 83 Prozent der Befragten Frischetheken als zentral für das wahrgenommene Qualitäts- und Frischeniveau einer Einkaufsstätte an. 81 Prozent bewerten sie als wichtig für den Gesamteindruck des Sortiments und 78 Prozent für das Vertrauen in den Markt.
Käuferzahlen an den Frischetheken sinken
Diese große Bedeutung geht sogar über die tatsächliche Nutzung hinaus: Selbst unter Nichtkäufern wird die Frischetheke von knapp der Hälfte als relevant für Qualität und Frische wahrgenommen. Gleichzeitig zeigen Daten aus dem Yougov-Shopper-Panel eine klare Herausforderung: Die Käuferzahlen sinken um 2,5 Prozent und die Anzahl der Einkaufstrips geht um 1,6 Prozent zurück.
Die Studie belegt einen strukturellen Wandel: Frischetheken werden zunehmend für gezielte Kaufanlässe genutzt – etwa für geplante Mahlzeiten oder, wenn Gäste kommen. Die Theke übernimmt damit zunehmend die Rolle eines „Mehrwert- und Inspirationsmoduls“ statt eines reinen Versorgungskanals. Zentrale Kaufmotive sind unter anderem Frische, Auswahl oder Qualität.
Fleisch und Wurst mit 50 Prozent Umsatzanteil
Die Analyse zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Thekenbereichen: Fleisch und Wurst dominieren mit 50 beziehungsweise 33 Prozent Umsatzanteil. Bei Käse liegt der Anteil bei 9 Prozent, Fisch und Feinkost kommen jeweils auf 4 Prozent Umsatzanteil.
An der Fleischtheke werden vor allem klassische Fleischarten, wie Rind und Schwein, sowie flexibel anwendbare Standardprodukte, wie Hackfleisch, gekauft. Bei Käse kaufen Verbraucher einerseits alltagstaugliche Sorten, andererseits spielen besondere Spezialitäten eine wichtige Rolle.
Weinhold: Händler sollten Theke neu denken
Frischethekenkäufer sind überdurchschnittlich älter, leben häufiger in kleineren Haushalten und verfügen über höhere Einkommen. Sie legen deutlich mehr Wert auf Qualität als auf den Preis, bevorzugen regionale Produkte und kochen häufiger täglich warm.
Florian Weinhold, Senior Consultant bei Yougov, sagt: „Frischetheken haben nach wie vor eine zentrale Bedeutung für die Wahrnehmung eines Marktes – aber ihre Rolle verändert sich grundlegend. Sie werden weniger für den alltäglichen Standardeinkauf genutzt, dafür umso mehr für besondere Anlässe und bewusste Genussmomente. Für Händler bedeutet das: Die Theke muss neu gedacht werden – nicht als Massenkanal, sondern als Qualitäts- und Inspirationsmodul.“
