Neuer Regio-Index Dresden ist laut Kaufland die regionalste Stadt Deutschlands

Kaufland hat erstmals einen Regio-Index veröffentlicht und dafür eigene Verkaufsdaten sowie eine Yougov-Umfrage ausgewertet. Demnach enthält in Dresden fast jeder dritte Einkauf ein regionales Produkt. Besonders auffällig: Gerade junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren legen zunehmend Wert auf Lebensmittel aus der Region.

Dienstag, 23. Juni 2026, 10:28 Uhr
Theresa Kalmer
Kaufland arbeitet nach eigenen Angaben mit mehr als 2.000 regionalen Lieferanten zusammen und bietet rund 25.000 regionale Produkte an. Bildquelle: Kaufland

Kaufland hat erstmals einen sogenannten Regio-Index veröffentlicht, in dem das Unternehmen eigene Verkaufsdaten zum Thema Regionalität auswertet. Demnach ist Dresden die „regionalste Stadt“ Deutschlands: Dort enthalte fast jeder dritte Einkauf einen Artikel aus der Region, teilte das Unternehmen mit.

Für den Index ließ Kaufland nach eigenen Angaben auch eine repräsentative Umfrage durch das Meinungsforschungsinstitut Yougov durchführen. Dafür befragte Yougov Anfang April 2026 mehr als 2.000 Menschen in Deutschland. Das Ergebnis: Für rund 41 Prozent der Befragten hat der Kauf regionaler Produkte im Vergleich zum Vorjahr an Bedeutung gewonnen – trotz oder gerade wegen Inflation und politischer Krisen.

Nur 5 Prozent gaben an, dass ihnen Regionalität weniger wichtig geworden sei. Auffällig: Unter den 18- bis 24-Jährigen sagten sogar 51 Prozent, dass regionale Lebensmittel für sie wichtiger geworden seien. Als häufigsten Grund für den Kauf regionaler Produkte nannten die Befragten die Unterstützung lokaler Landwirte und Erzeuger (66 Prozent), gefolgt von kürzeren Transportwegen (58 Prozent) und höherer Frische (52 Prozent).

Die Auswertung der eigenen Verkaufsdaten aus dem Kalenderjahr 2025 zeigt laut Kaufland regionale Unterschiede im Einkaufsverhalten. Beliebtestes regionales Produkt deutschlandweit sei Bier, gefolgt von Wasser, Eiern, gekühlten Wurstwaren und Molkereiprodukten. Bremen führe beim Anteil lokal gebrauten Biers, Rostock beim regionalen Wursteinkauf. Berlin sei die „regionale Eis-Hauptstadt“, und in Mainz werde am häufigsten regionaler Wein gekauft.

Kaufland setzt auf Lieferanten im Umkreis von 30 Kilometern

„Als Lebensmitteleinzelhändler vor Ort wollen wir unseren Kundinnen und Kunden immer auch ein Stück Heimat im Einkaufswagen ermöglichen“, zitierte das Unternehmen Teresa Baumann, die bei Kaufland den Einkauf Regionalität verantwortet. Durchschnittlich führe eine Kaufland-Filiale 237 Artikel regionaler Herkunft von im Schnitt 23 lokalen Lieferanten, die den Angaben zufolge durchschnittlich 21,6 Kilometer von der jeweiligen Filiale entfernt sind. Grundsätzlich dürften regionale Produzenten, mit denen Kaufland zusammenarbeite, nicht weiter als 30 Kilometer von der Filiale entfernt sein.

Insgesamt arbeitet Kaufland nach eigenen Angaben mit mehr als 2.000 regionalen Lieferanten zusammen und bietet rund 25.000 regionale Produkte in seinen Filialen an. Sogenannte Regio-Scouts sollen in den verschiedenen Regionen Deutschlands geeignete Betriebe und Produkte für das Sortiment finden. Das Unternehmen kündigte an, sein Engagement im Bereich Regionalität weiter auszubauen.

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