Geschäftszahlen für 2025 Edeka meldet schwächeres Umsatzwachstum

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Der Edeka-Verbund ist 2025 langsamer gewachsen als im Vorjahr und nennt die schwache Konsumlaune als Grund. Während die selbstständigen Kaufleute ihre Umsätze deutlich ausbauen konnten, bleiben die Regiemärkte das Sorgenkind des Edeka-Verbunds. 

Montag, 27. April 2026, 11:30 Uhr
Manuel Glasfort
Edeka hat für das zurückliegende Geschäftsjahr ein verhaltenes Umsatzwachstum gemeldet. Bildquelle: Getty Images

Der Edeka-Verbund hat im Geschäftsjahr 2025 seinen Umsatz um 2,7 Prozent auf 77,3 Milliarden Euro gesteigert. Damit verlangsamte sich das Wachstum deutlich im Vergleich zum Vorjahr, als der Verbund noch ein Plus von 6,5 Prozent verzeichnet hatte. Als Grund nannte Edeka eine „spürbar gedämpfte Konsumdynamik“. Im Kerngeschäft, dem Lebensmitteleinzelhandel, auf den rund 90 Prozent der Umsätze entfallen, legten die Erlöse nur um 2,4 Prozent zu.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) habe sich erneut positiv entwickelt, konkrete Zahlen dazu nannte der Verbund in seiner Mitteilung nicht. Auf Anfrage der Lebensmittel Praxis teilte die Edeka-Zentrale in Hamburg mit, man habe das EBIT über alle Verbundstufen hinweg, also Einzelhandel, Großhandel, Zentrale, erneut gesteigert.

Im vergangenen Jahr hatte der Handelsriese noch Zahlen zum Gewinn ausgewiesen: Im Geschäftsjahr 2024 lag das EBIT der Edeka-Zentrale inklusive Netto-Markendiscount, aber ohne Großhandel und selbstständige Händler, bei 616 Millionen Euro, damals ein Plus von knapp 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch diesen Wert habe man in diesem Jahr übertreffen können, hieß es aus Hamburg. 

Verbund bleibt weitgehend eine Blackbox

Der Edeka-Verbund in seiner wirtschaftlichen Gesamtheit bleibt weitgehend eine Blackbox. Zwar weist der neue Finanzbericht der Edeka Zentrale Konzern für 2025 ein Betriebsergebnis in Höhe von 495 Millionen Euro aus, ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr. Allerdings ist die Aussagekraft dieses Wertes aus vielerlei Gründen begrenzt.

Das Betriebsergebnis der Edeka Zentrale ist bewusst niedrig gehalten, weil die Förderung der selbstständigen Kaufleute das Ziel des genossenschaftlichen Modells ist, nicht Profitmaximierung auf Konzernebene. Die Gewinne der Kaufleute sind im Betriebsergebnis aber nicht enthalten. Hinzu kommen Gewinnverlagerungen des Konzerns an die Großhandelsbetriebe und von dort an die Kaufleute. Wie profitabel der Edeka-Verbund insgesamt ist, lässt sich aus dem Konzernabschluss also nicht ablesen. 

Edekas größter Konkurrent Rewe hatte erst vor wenigen Tagen seine Geschäftszahlen für das vergangene Jahr vorgelegt. Der genossenschaftliche Konzern mit Hauptsitz in Köln hatte im Geschäftsfeld Handel mit Rewe- und Penny-Märkten ebenfalls ein verhaltenes Umsatzwachstum von 2,2 Prozent auf 42,5 Milliarden Euro vermeldet.

Edeka-Kaufleute machen Gros des Umsatzes

Stärkste Säule des Edeka-Verbunds blieb 2025 der selbstständige Einzelhandel: Die rund 3.200 eigenständigen Edeka-Kaufleute setzten zusammen 42,7 Milliarden Euro um – ein Plus von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr (40,8 Milliarden Euro).

Die von den sieben Regionalgesellschaften betriebenen Regie-Märkte steuerten 7,6 Millionen Euro zum Umsatz des Edeka-Verbunds bei, ein deutliches Minus von 7,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit beschleunigt sich ein Trend: Bereits 2024 war der Regie-Einzelhandel gegenüber dem Vorjahr geschrumpft, damals um 3,4 Prozent.

Die Discount-Tochter Netto Marken-Discount kam auf einen Umsatz von 17,9 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 1,6 Prozent entspricht. Im Vorjahr hatte Netto noch um 2,7 Prozent zugelegt. „Die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen haben auch 2025 zu einer spürbar verhaltenen Marktdynamik geführt“, erklärte Vorstandsvorsitzender Markus Mosa laut der Mitteilung.

Zum Jahresende 2025 betrieb der Verbund nach eigenen Angaben insgesamt 10.871 Lebensmittelmärkte, davon 5.629 im selbstständigen Einzelhandel und 4.433 unter der Marke Netto Marken-Discount. Im Laufe des Jahres eröffnete der Verbund 247 neue Standorte, darunter 104 Netto-Filialen. Zudem modernisierte Netto 450 bestehende Märkte. Die Gesamtverkaufsfläche stieg auf 12,5 Millionen Quadratmeter. 87 Existenzgründer übernahmen einen eigenen Edeka-Markt, weitere 68 Märkte gingen aus dem Bestand der regionalen Großhandelsbetriebe an selbstständige Kaufleute über.

Edeka plant Rekordinvestitionen für 2026

Im Jahr 2025 investierte der Verbund den Angaben zufolge 2,6 Milliarden Euro – und damit weniger als im Vorjahr, als die Investitionen bei 2,9 Milliarden Euro gelegen hatten. Für 2026 plant Edeka nun erneut Investitionen in Höhe von 2,9 Milliarden Euro, die vor allem in neue Standorte, Logistik, Digitalisierung und Eigenproduktion fließen sollen. Die Zahl der eigenen Verarbeitungsbetriebe für Backwaren, Fleisch, Pasta, Fruchtsäfte und Wein stieg auf 43 mit einem Gesamtumsatz von 5,8 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten wuchs um rund 4.500 auf etwa 417.500, die Zahl der Auszubildenden auf 20.900. Damit zählt Edeka zu den größten privatwirtschaftlichen Arbeitgebern Deutschlands.

Im Wettbewerb um Kunden setzt Edeka verstärkt auf Eigenmarken und digitale Kundenbindung. „Die steigenden Preise bei Markenartikeln verändern das Kaufverhalten nachhaltig“, sagte Mosa laut Mitteilung. Kunden griffen verstärkt zu günstigeren Eigenmarken.

Seit Januar 2025 kooperiert der Verbund mit Payback. Nach eigenen Angaben setzt Edeka mittlerweile fast jeden zweiten Euro Umsatz an den Kassen mit Einsatz der Payback-Karte um.

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