IW-Ranking Heilbronn ist die kaufkraftstärkste Region Deutschlands

Heilbronn hat Starnberg als Region mit dem höchsten realen Pro-Kopf-Einkommen abgelöst. Das ergibt eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Am Ende der Rangliste stehen ausschließlich Städte – Schlusslicht ist Offenbach am Main.

Montag, 13. April 2026, 09:41 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Wo viel verdient wird, ist es oft teuer, wo es billig ist, wird oft nicht viel verdient. Die Mischung macht den neuen deutschen Kaufkraftchampion, der Starnberg vom Thron stößt. Bildquelle: Getty Images

Heilbronn hat Starnberg als kaufkraftstärkste Region Deutschlands abgelöst. Das geht aus einer neuen Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln hervor, die das reale Einkommen – also das um regionale Preisunterschiede bereinigte Durchschnittseinkommen – in allen 400 Kreisen und kreisfreien Städten vergleicht.

Hohes Durchschnittseinkommen und moderate Lebenshaltungskosten

Heilbronn in Baden-Württemberg erreicht demnach ein reales Pro-Kopf-Einkommen von 39.424 Euro pro Jahr und verdrängt damit den bayerischen Landkreis Starnberg (39.224 Euro) vom ersten Platz. Heilbronn profitiert laut der Studie von hohen Durchschnittseinkommen bei gleichzeitig moderaten Lebenshaltungskosten.

Allerdings weisen die Autoren der Studie darauf hin, dass Gewinnentnahmen aus Gewerbebetrieben das Heilbronner Durchschnittseinkommen stark nach oben treiben – und dass nur wenige Haushalte davon profitieren. Diese Entnahmen könnten dort teilweise die Hälfte der Einnahmen ausmachen.

Auch unbekanntere Kreise im Spitzenfeld

Die Auswertung beruht auf Daten des Jahres 2023; aktuellere Zahlen liegen nach Angaben des IW nicht vor. Auffällig ist, dass unter den zehn kaufkraftstärksten Regionen fast ausschließlich Landkreise vertreten sind – Heilbronn bildet als einzige Stadt die Ausnahme. Neben klassischen wohlhabenden Regionen wie Starnberg oder dem Hochtaunuskreis finden sich auch weniger bekannte Landkreise wie Rhön-Grabfeld (Bayern), Neuwied (Rheinland-Pfalz) oder Wunsiedel (Bayern) in der Spitzengruppe. Diese Regionen schaffen es laut der Studie durch solide Einkommen bei deutlich unterdurchschnittlichen Preisen nach oben.

Hohe Mieten drücken München von Rang 6 auf Platz 68

Entscheidend für die regionalen Preisunterschiede sind den Angaben zufolge vor allem die Mieten. Ohne deren Einfluss wären die Unterschiede bei den Lebenshaltungskosten gering, da Güter wie Lebensmittel aus dem Supermarkt, Benzin oder Elektronik deutschlandweit kaum im Preis variieren. Gerade Großstädte schneiden deshalb schlecht ab: München etwa liegt beim nominalen Einkommen auf Rang 6, rutscht aber wegen des höchsten Preisniveaus – fast 24 Prozent über dem Bundesdurchschnitt – real auf Platz 68 ab. Frankfurt fällt von Rang 125 auf 358, Hamburg von 116 auf 331. Am unteren Ende des Rankings stehen ausschließlich Städte: Offenbach am Main bildet mit einem realen Pro-Kopf-Einkommen von 21.430 Euro das Schlusslicht, gefolgt von Gelsenkirchen (21.469 Euro) und Duisburg (22.236 Euro).

Bayern führt Länder-Ranking an

Auf Ebene der Bundesländer führt Bayern die Rangliste mit einer realen Kaufkraft von 30.396 Euro pro Kopf an. Schleswig-Holstein (29.358 Euro) und Baden-Württemberg (29.216 Euro) folgen auf den Plätzen zwei und drei. Berlin landet mit 24.656 Euro auf dem letzten Platz – dort treffen laut der Auswertung die zweithöchsten Preise auf vergleichsweise niedrige Einkommen. Hamburg, das beim nominalen Einkommen den dritten Platz belegt, fällt wegen der bundesweit höchsten Preise auf Rang 14 zurück.

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