Die Mehrheit der Verbraucher fordert strengere Regeln für Influencer, die Lebensmittel bewerben. 72 Prozent der Befragten sprechen sich für eine schärfere gesetzliche Regulierung aus, wenn Influencer Produkte bewerben oder Ernährungsempfehlungen geben. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands; im November wurden 1.002 Personen ab 18 Jahren interviewt.
Durch die Ergebnisse sieht sich der Verband ein seiner Forderung nach einem Vrbot von Influencer-Werbung für ungesunde Lebensmittel bestätigt.
Nährwertkriterien der WHO als Maßstab
„Social Media ist voll von unseriösen Ernährungsempfehlungen und Werbung für ungesunde Produkte“, meint Vorständin Ramona Pop. Influencer sollten nach ihrer Ansicht und der des Verbands nicht mehr für Produkte werben dürfen, die nicht den Nährwertkriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entsprechen, also zu viel Zucker, Fett oder Salz enthalten.
Gut ein Viertel der erwachsenen Verbraucher nutzt Social Media gezielt, um sich über Ernährung zu informieren, wie die Umfrage ergab. Davon hat mehr als ein Drittel mindestens einmal von Influencern beworbene Ernährungsprodukte gekauft. Knapp jeder Vierte sogar mehrmals. „Werbung wirkt. Das zeigen Studien immer wieder“, sagt Pop.
Vorwurf: Influencer missachten Health-Claims-Verordnung
Der Verband kritisiert, dass Influencer sich nicht unbedingt an gesetzliche Vorgaben halten. Gesundheitsbezogene Werbung für Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel unterliegt der europäischen Health-Claims-Verordnung und ist damit streng geregelt. Allerdings: Immer wieder kennzeichneten Influencer ihre Beiträge nicht als Werbung, machten übertriebene Gesundheitsversprechen oder tarnten Produktwerbung als vermeintlich persönliche Erfahrungsberichte.
Der Verband fordert zudem ein Verbot von Werbung für Nahrungsergänzungsmittel, die speziell für Kinder gedacht sind. Viele dieser Mittel seien zu hoch dosiert und bergen Gesundheitsrisiken, so die Verbandseinschätzung. Die Lebensmittelüberwachung müsse die sozialen Medien stärker in den Blick nehmen und dafür finanziell und personell gestärkt werden.

