Grüne Woche Fünf Verbände gründen Plattform für Ackerbau

Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel schließen sich zusammen. Die neue Initiative Plattform Ackerbau will den Dialog zwischen allen Akteuren der Wertschöpfungskette fördern. Für andere Bereiche der Lebensmittelwirtschaft wie Milch oder Fleisch gibt es solche Plattformen bereits.

Dienstag, 20. Januar 2026, 13:55 Uhr
Theresa Kalmer
Zufriedene Unterzeichner (von links): Dr. Peter Haarbeck (Geschäftsführer VGMS), Björn Fromm (Präsident BVLH), Norbert Lötz (Präsident Verband Deutscher Großbäckereien), Hubertus Paetow (Präsident DLG), Dr. Philipp Spinne (Geschäftsführer DRV), Jörg Migende (Hauptgeschäftsführer DRV). Bildquelle: DLG/S.Semmer

Fünf Verbände aus Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel haben auf der Grünen Woche in Berlin die Initiative Plattform Ackerbau gegründet. Die Gründungsmitglieder unterzeichneten am 19. Januar eine Absichtserklärung für die weitere Zusammenarbeit, wie die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) mitteilte. Zu den Gründungsmitgliedern zählen die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft, der Deutsche Raiffeisenverband (DRV), der Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS), der Verband Deutscher Großbäckereien und der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH).

Die Initiative will nach eigenen Angaben als neutrale Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Landwirtschaft, Landhandel, Verarbeitung und Lebensmitteleinzelhandel fungieren. Sie soll den fachlichen Dialog fördern, den Wissenstransfer unterstützen und eine gemeinsame Basis für die Kommunikation mit Gesellschaft und Marktakteuren schaffen. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft übernimmt die koordinierende Rolle innerhalb der Initiative.

Die Gründung schließt laut der Mitteilung eine Lücke in der deutschen Land- und Lebensmittelwirtschaft. Während für Branchen wie Milch, Fleisch, Geflügel, Obst und Gemüse bereits entsprechende Vernetzungsinitiativen existieren, fehlte bislang eine solche Plattform für ackerbauliche Erzeugnisse wie Getreide. oder Kartoffeln. Die Initiative will Themen wie Qualitätssicherung, Ressourcenschutz und Nachhaltigkeit adressieren. Als konkrete Herausforderungen nennt die Mitteilung die CO₂-Bilanzierung, den Schutz und die Förderung von Biodiversität sowie die Stabilisierung bestimmter Eiweißqualitäten bei Backgetreide.

Lebensmittelhandel setzt auf Kooperation

Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels betont die Bedeutung der Initiative für den Handel. „Der Lebensmitteleinzelhandel ist das direkte Bindeglied zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern und reagiert auf deren Wünsche und Trends“, zitierte die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft den Präsidenten des Bundesverbands, Björn Fromm, in der Mitteilung. Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette sowie die Stärkung von Qualität und Transparenz seien für den Handel zentral. „Um eine verantwortungsvolle und ressourcenschonende Wirtschaftsweise zu dokumentieren, wirkungsvoll zu kommunizieren und Prozesse kontinuierlich zu optimieren, ist die enge Kooperation in der Wertschöpfungskette Ackerbau unverzichtbar“, so Fromm laut der Mitteilung.

Die Initiative stützt sich den Angaben zufolge auf mehrere Gremien. Ein Steuerungskreis aus Vertretern der Landwirtschaft, des Landhandels, der verarbeitenden Industrie und des Lebensmitteleinzelhandels übernimmt die strategische Leitung. Er identifiziert und priorisiert Themen, entscheidet über Maßnahmen und lenkt die Kommunikation. Fachbeiräte aus dem Bereich Getreide sollen gemeinsam mit Praxis und Forschung relevante Fragestellungen für die Teilbranchen bearbeiten. Im ersten Halbjahr 2026 will die Initiative den Steuerungskreis einrichten, die Fachbeiräte bilden und erste Arbeitsschwerpunkte definieren, wie es in der Mitteilung heißt.

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