Die Rewe Group hat mit der Erzeugerorganisation Landfrisch und zwei Gemüsebauern aus Nordrhein-Westfalen einen Drei-Parteien-Vertrag geschlossen. Das Modell ist nach Angaben des Handelskonzerns im deutschen Lebensmitteleinzelhandel im Bereich Obst und Gemüse bislang einzigartig. Die Vertragspartner unterzeichneten die Vereinbarung im Rahmen der Grünen Woche in Berlin.
Der Vertrag läuft zunächst fünf Jahre und soll den beteiligten Landwirten Planungssicherheit geben. Die beiden Erzeuger BT Gemüse und Stoffers Gemüseanbau wollen im Zuge der Partnerschaft in Spezialisierung und Digitalisierung investieren. Geplant sind unter anderem automatisierte Pflanz- und Erntetechnik, moderne Hackmaschinen sowie Hallenerweiterungen, zusätzliche Packkapazitäten und der Einsatz von Kühltechnik mit natürlichem Kältemittel, wie Rewe mitteilte.
Die Preise für die Erzeugnisse sollen sich an der aktuellen Marktsituation orientieren. Das Modell sieht verbindliche Abnahmegarantien vor. „Als erster Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland setzen wir mit dem neuen Drei-Parteien-Vertrag ein deutliches Signal für Transparenz, Commitment und partnerschaftliches Handeln in der Lieferkette“, zitierte das Unternehmen Marc Rademacher, Mitglied der Geschäftsleitung Einkauf der Rewe Group, in der Mitteilung.
Landfrisch vertritt 65 Erzeugerbetriebe
Landfrisch vertritt nach eigenen Angaben insgesamt 65 Erzeugerbetriebe in Deutschland, die auf einer Fläche von über 3.000 Hektar im Freilandanbau und rund 110 Hektar im Gewächshausanbau produzieren. Die beiden Vertragspartner BT Gemüse und Stoffers bauen unter anderem Kopfsalat, Eisbergsalat, Kohlrabi, Pak Choi, Mini-Romana-Salat, Grünkohl und Spitzkohl an. Die Produkte gelangen in Rewe- und Penny-Märkte.
Die Rewe Group hatte in der Vergangenheit bereits Drei-Parteien-Verträge für Milch- und Fleischprodukte vorgestellt. Das neue Modell soll eine ausgewogene Risikoverteilung entlang der Wertschöpfungskette ermöglichen und zu stabileren Verbraucherpreisen beitragen, teilte das Unternehmen mit.

