Neue Studie Eigenmarken verschaffen Händlern Wettbewerbsvorteile

Eigenmarken gewinnen im Non-Food-Bereich stark an Bedeutung. Eine Analyse der Boston Consulting Group und Inverto zeigt, warum Händler damit Margen steigern und neue Kundengruppen erreichen.

Donnerstag, 15. Januar 2026, 09:48 Uhr
Theresa Kalmer
Erfolgreicher Imagewandel: Eigenmarken entwickeln sich zum zentralen Wachstumstreiber im Einzelhandel. Bildquelle: Getty Images

Eigenmarken entwickeln sich für Händler zu einem strategischen Wachstumstreiber. Dies hat eine Analyse der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) und des Beratungsunternehmens Inverto ergeben. Besonders im Non-Food-Bereich gewinnen Eigenmarken an Bedeutung und verschaffen Händlern Wettbewerbsvorteile, wie die Unternehmen mitteilten.

Eigenmarken werden von Verbrauchern demnach zunehmend mit Qualität assoziiert. 66 Prozent der deutschen Verbraucher greifen den Angaben zufolge aufgrund des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses zu Eigenmarken. Inzwischen schneiden Eigenmarken in unabhängigen Tests teilweise besser ab als führende Markenprodukte, heißt es in der Mitteilung. Besonders jüngere Verbraucher haben Vorbehalte gegenüber Eigenmarken abgelegt. Auf der Plattform Tiktok erzielen Videos mit dem Hashtag „dupe“ Milliarden Abrufe, was die Offenheit für Non-Food-Eigenmarken befeuert.

Händler, die ihre Eigenmarken wie Herstellermarken führen, können höhere Margen erzielen und neue Kundengruppen gewinnen. „Wir sehen einen klaren Paradigmenwechsel, sowohl im Handel als auch im Verbraucherverhalten“, zitierte die Mitteilung Marcus Kroth, Partner und Handelsexperte bei Boston Consulting Group. Erfolgreiche Händler setzen auf datenbasierte Sortimentssteuerung, emotionales Branding und prominente Sichtbarkeit auf allen Verkaufskanälen. Einige Händler gehen noch weiter und nutzen für ihre wichtigsten Eigenmarken eigene Microsites, Social-Media-Profile und Präsenz auf externen Marktplätzen.

Inverto sieht Einkauf als Erfolgsfaktor

Ein zentraler Erfolgsfaktor sind Einkauf und Lieferketten-Optimierung. Langfristige Partnerschaften, transparente Kostenmodelle und agile Beschaffungsstrukturen zahlen sich aus. Händler, die KI-basierte Prognosemodelle nutzen, steigern ihre Planungsgenauigkeit um 10 bis 20 Prozent, wie die Analyse zeigt. Dies verringert Rabatt-Aktionen durch Fehlprognosen und verbessert die Versorgungssicherheit. „Ein gut aufgestellter Einkauf und eine starke Lieferkette sind die Grundlage für den Erfolg von Non-Food-Eigenmarken“, zitierte die Mitteilung Simone Hilbring, Geschäftsführerin und Expertin für Konsumgüter bei Inverto.

Die Analyse stützt sich auf aktuelle Marktdaten, Handelskennzahlen sowie Konsumentenstudien von Boston Consulting Group. Zudem flossen Erfahrungen aus Projekten von Boston Consulting Group und Inverto ein. Die Unternehmensberatung Boston Consulting Group erzielte im Jahr 2024 weltweit einen Umsatz von 13,5 Milliarden US-Dollar (11,61 Mrd. Euro).

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