Krisenvorsorge Rainer will Lebensmittelnotreserve um Konserven erweitern

Bundesernährungsminister Alois Rainer plant, die staatliche Lebensmittelnotreserve zu erneuern. Die bisherigen Vorräte aus Getreide und Hülsenfrüchten müssen erst verarbeitet werden. Der CSU-Minister will deshalb verzehrfertige Gerichte in Konserven einlagern und dafür die Strukturen des Lebensmitteleinzelhandels nutzen.

Donnerstag, 15. Januar 2026, 09:56 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Die neue Bedrohungslage in Europa rückt auch die Vorsorge mit wichtigen Nahrungsmitteln stärker in den Blick. Bildquelle: Getty Images

Bundesernährungsminister Alois Rainer plant, die staatliche Lebensmittelnotreserve in den kommenden Monaten zu erneuern. Der CSU-Politiker will noch in diesem Jahr eine Finanzierung für die Aktualisierung auf die Beine stellen, wie er der Deutschen Presse-Agentur vor der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin sagte. „Der Anschlag auf das Stromnetz in Berlin hat gezeigt, wie dringlich ein Update unserer Notfallreserve ist“, zitierte die Agentur den Minister.

Deutschland lagert seit den 1960er-Jahren an etwa 150 Standorten Reserven mit Getreide, Erbsen, Linsen und Dosenmilch. Diese Vorräte müssen jedoch erst verarbeitet werden, bevor sie verzehrt werden können. Rainer strebt deshalb an, die Notreserve um verzehrfertige Gerichte in Konserven zu erweitern. „Wir brauchen deshalb zusätzlich verzehrfertige Gerichte in Konserven“, sagte er laut der Mitteilung. Die neue Reserve solle aus der „vollen Bandbreite“ an Lebensmitteln in haltbarer Form in Dosen bestehen.

Der Minister schlägt vor, für die Umsetzung auch Strukturen des Lebensmitteleinzelhandels zu nutzen. Der Handel verfüge bereits über große Lagerkapazitäten und Fahrzeuge, um Produkte im Krisenfall zu verteilen, erläuterte Rainer. Dafür müssten Rahmenbedingungen gewährleistet sein. „Und das muss es uns wert sein“, sagte er.

Rainer betonte, dass Versorgungssicherheit nicht erst am Supermarktregal beginne, sondern schon dort, wo Lebensmittel entstehen. Land- und Ernährungswirtschaft müssten daher bei Notfallszenarien mitgedacht werden. „Sie sind kritische Infrastruktur“, sagte der Minister. Vorbereitet werden müssten etwa Szenarien, was geschehe, wenn die Wasserversorgung der Tiere unterbrochen ist oder die Futterversorgung der Betriebe zusammenbricht.

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