Studie zum Konsumklima Deutsche Verbraucher sind besonders pessimistisch

Eine aktuelle Studie zeigt: Deutsche Verbraucher sind so pessimistisch wie in kaum einem anderen untersuchten Land – gleichzeitig wird KI immer häufiger zum Einkaufsberater. Sparen wollen die Deutschen unter anderem bei alkoholischen Getränken und Snacks.

Dienstag, 16. Dezember 2025, 12:43 Uhr
Manuel Glasfort
Volle Einkaufstaschen? In Deutschland stellen sich viele Verbraucher eher auf schwierige Zeiten ein. Bildquelle: AdobeStock

Die Unternehmensberatung Boston Consulting Group hat in einer aktuellen Untersuchung festgestellt, dass deutsche Verbraucher so pessimistisch in die Zukunft blicken wie in kaum einem anderen der neun untersuchten Länder. Ähnlich pessimistisch sind die Verrbaucher in Frankreich und Großbritannien. 63 Prozent der rund 1.000 Befragten in Deutschland gehen davon aus, dass politische Konflikte das Wirtschaftswachstum merklich bremsen werden. Die Folge ist ein Konsumklima, das von Vorsicht und einer spürbaren Priorisierung essenzieller Ausgaben geprägt ist, wie die Beratung mitteilte.

Mehr als ein Drittel der befragten Verbraucher rechnet damit, in den kommenden sechs Monaten höhere Ausgaben tätigen zu müssen, besonders bei Grundnahrungsmitteln und der Miete. Um diese nicht vermeidbaren Kostensteigerungen auszugleichen, sind viele Befragte bereit, in anderen Bereichen zu verzichten. Die Folge sind erwartete Ausgaberückgänge bei Fertiggerichten, Bekleidung, Haushaltsgeräten, alkoholischen Getränken und Snacks. „Die Rationalisierung des Konsums vollzieht sich in Deutschland mit bemerkenswerter Konsequenz. Was existenziell erscheint, wird weiter gekauft – vieles andere gerät unter Druck“, zitierte die Beratung den Handelsexperten und Partner Marcus Kroth in der Mitteilung.

Zugleich zeigt die Untersuchung ein Spannungsfeld zwischen Offenheit für Neues und der Macht der Gewohnheit: 59 Prozent der Befragten geben an, prinzipiell offen für neue Marken zu sein – doch 84 Prozent kaufen am Ende Produkte, die sie bereits kennen. „Die deutsche Konsumstimmung ist ein Spiegel der gesellschaftlichen Verunsicherung. Pessimismus, Preisbewusstsein und ein starkes Bedürfnis nach Stabilität prägen die Entscheidungen der Menschen hierzulande“, sagte Kroth laut Mitteilung.

Verbraucher setzen verstärkt auf künstliche Intelligenz

Ein weiterer Trend, der den deutschen Markt verändert, ist die zunehmende Nutzung von künstlicher Intelligenz. Der Anteil der Verbraucher, die KI im Alltag einsetzen, stieg von 26 Prozent im Februar 2025 auf 36 Prozent im November 2025. Besonders dynamisch entwickelt sich der Einsatz für Einkaufsentscheidungen: Die Nutzung für Marken- und Produktempfehlungen hat sich im selben Zeitraum von 21 auf 37 Prozent nahezu verdoppelt. Damit wird KI zunehmend zu einem zentralen Orientierungspunkt entlang der Kaufentscheidung.

„Wer künftig sichtbar bleiben will, muss nicht nur im Regal überzeugen, sondern auch in den Empfehlungssystemen intelligenter Assistenten präsent und vertrauenswürdig sein“, zitierte die Beratung Kroth. Für Händler und Marken bedeutet das nach Angaben der Beratung: Wer Komplexität reduziert, Vertrauen schafft und digitale wie analoge Touchpoints konsequent verzahnt, kann jetzt Marktanteile halten oder gar gewinnen.

Die Befragung wurde im November 2025 in neun Ländern durchgeführt, dabei wurden 9.200 Verbraucher zu ihrem Konsumverhalten über 16 Kategorien hinweg befragt. Zu den untersuchten Märkten zählen neben Deutschland auch Frankreich, Großbritannien, die USA, Japan, Mexiko, Brasilien, Indien und China.

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