Ladesäulen-Infrastruktur HDE fordert schnelle Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie

Der Handelsverband Deutschland warnt vor einer Verzögerung bei der nationalen Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie. Sonst drohe der Aufbau untauglicher Ladesäulen auf Parkplätzen des Einzelhandels. Der Verband fordert, dass Deutschland bei der Ladeleistung ansetzt statt bei der reinen Zahl der Säulen.

Dienstag, 09. Dezember 2025, 11:05 Uhr
Manuel Glasfort
Ladesäulen auf Händlerparkplätzen werden durch die EU-Gebäuderichtlinie zum Politikum. Der HDE warnt vor dem „Aufbau von Elektroschrott“. Bildquelle: Aldi Süd

Der Handelsverband Deutschland warnt die Bundesregierung davor, die nationale Umsetzung der novellierten EU-Gebäuderichtlinie zu verzögern. Andernfalls würden automatisch die europäischen Vorgaben gelten, die nach Ansicht des Verbands zum Aufbau untauglicher Ladesäulen auf Parkplätzen des Einzelhandels führen würden. Dies teilte der Verband mit Blick auf den Koalitionsausschuss mit.

„Die Koalitionäre müssen sich mindestens bei dem Teil der Richtlinie, der den Aufbau von Ladesäulen auf Handelsparkplätzen regelt, auf eine abweichende, nationale Umsetzung einigen“, zitierte der Verband seinen Hauptgeschäftsführer Stefan Genth in der Mitteilung. Die EU-Vorgabe für eine bestimmte Zahl von Ladesäulen gehe an der Realität vorbei. Beim Einkauf seien die Aufenthaltszeiten geringer als in der heimischen Garage. „Es droht der Aufbau von Elektroschrott. Das wäre ein echter Bärendienst – auch für die weitere Verbreitung von Elektroautos“, so Genth.

Der Verband fordert, dass die nationale Umsetzung bei der Ladeleistung ansetzt und nicht bei der reinen Zahl der Ladesäulen. Handelsunternehmen sollten ihre Pflichten mit der Errichtung einiger weniger leistungsfähiger Schnelladesäulen erfüllen können, heißt es in der Mitteilung. Gerade Handelsstandorte mit hohem Kundenaufkommen benötigten oft eine höhere Ladeleistung pro Ladepunkt, um ein schnelles Laden während des Einkaufs zu ermöglichen.

Die EU-Richtlinie muss spätestens im Mai 2026 in nationales Recht überführt sein. Eine weitere Verzögerung würde die bereits bestehende Investitionsunsicherheit im Einzelhandel massiv verstärken, warnte der Verband. Dies hemme notwendige Investitionen und gefährde die zeitnahe Umsetzung der Klima- und Mobilitätsziele. Eine Verschiebung der nationalen Umsetzung sei das falsche Signal, so Genth.

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