Umfrage zum Einkaufsverhalten Verbraucher nehmen Preissteigerungen bei Lebensmitteln wahr

Drei Viertel der Verbraucher in Deutschland beobachten höhere Preise bei Lebensmitteln. Besonders stark fällt die Teuerung bei Schokolade und Kaffee auf. Die Wahrnehmung weicht jedoch teils von der Realität ab: Bei Butter und Speiseöl sanken die Preise zuletzt deutlich.

Dienstag, 09. Dezember 2025, 09:58 Uhr
Theresa Kalmer
Verbraucher haben ein gutes Gespür für Preise. Aktuell wird insbesondere Schokolade als teuer wahrgenommen. Bildquelle: Getty Images / Drbouz

Drei Viertel der Verbraucher in Deutschland nehmen bei Lebensmitteln Preissteigerungen wahr. Das zeigt eine Umfrage der Initiative Digitale Handelskommunikation, für die Anfang November 4.068 Personen befragt wurden. Besonders stark empfinden die Befragten die Teuerung bei Schokolade und Kaffee: 85 Prozent beobachten bei Schokolade höhere Preise, bei Kaffee sind es 83 Prozent.

Die Verbraucher reagieren auf die gestiegenen Preise mit einem veränderten Einkaufsverhalten. 63 Prozent achten verstärkt auf die Preise, 55 Prozent kaufen mehr Angebote, 45 Prozent besuchen mehrere Geschäfte und 42 Prozent planen ihren Einkauf gezielter. Nur rund 4 Prozent kaufen wie gewohnt ein, teilte die Initiative mit.

Beim Lebensmittelkauf sind Qualität und Preis die wichtigsten Kriterien. 99 Prozent der Befragten ist die Qualität sehr wichtig, 93 Prozent legen Wert auf einen günstigen Preis. Nachhaltige Aspekte wie wenig Verpackungsmüll nennen 76 Prozent, Regionalität 72 Prozent. Bio-Produkte sind nur für 38 Prozent kaufentscheidend, Marken für 25 Prozent. Die Prioritäten haben sich damit deutlich verschoben: Bei einer Befragung im dritten Quartal 2021 nannten noch 89 Prozent wenig Verpackungsmüll als Hauptkriterium, Regionalität lag mit 83 Prozent auf Platz zwei. Ein günstiger Preis folgte damals erst an dritter Stelle mit 76 Prozent.

Bonial sieht gutes Gespür für Preise

Digitale Plattformen spielen beim Preisvergleich eine zentrale Rolle. Zwei Drittel der Befragten nutzen digitale Prospektportale, um sich über Preise und Angebote zu informieren. 96 Prozent finden es hilfreich, Angebote verschiedener Händler an einem Ort vergleichen zu können. Rund ein Drittel informiert sich über Händler-Apps und Websites oder direkt im Geschäft, 56 Prozent greifen weiterhin auf gedruckte Prospekte zurück.

Die Einschätzung der Preissteigerungen fällt unterschiedlich aus. Knapp 20 Prozent schätzen den Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr auf 3 bis 5 Prozent, jeweils 37 Prozent auf 5 bis 10 Prozent beziehungsweise über 10 Prozent. Die subjektive Wahrnehmung weicht dabei teils von der Realität ab: Eine Kassenbon-Analyse von Marktguru zeigt, dass Schokolade und Kaffee zwischen August und Oktober 2025 tatsächlich um rund 5 Prozent stiegen. Fruchtsäfte wurden jedoch um 3 Prozent günstiger, Speiseöl um 13 Prozent – obwohl 45 Prozent der Befragten bei Fruchtsäften und 39 Prozent bei Speiseöl Preissteigerungen wahrnahmen. Bei Butter sanken die Preise im betrachteten Zeitraum um 13 Prozent, doch 41 Prozent der Befragten sahen eine Preissteigerung.

Fast alle Befragten, die eine Teuerung spüren, leiten diese Einschätzung aus dem eigenen Einkauf ab. 97 Prozent gaben dies als Quelle an, nur 10 Prozent nannten klassische Medien und 3 Prozent Social Media. „Preissteigerungen im Lebensmittelbereich betreffen uns alle“, zitierte die Initiative Florian Reinartz, Geschäftsführer bei Bonial, in der Mitteilung. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Konsument:innen ein gutes Gespür für Preise haben.“

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