Hilfe für Arme Digitalisierung im Handel macht Tafeln zu schaffen

Rund ein Viertel der Tafeln in Deutschland haben nach Angaben des Bundesvorsitzenden der Hilfsorganisation, Andreas Steppuhn,  temporäre Aufnahmestopps oder führen Wartelisten. Das liegt ihm zufolge zum Teil an nachhaltigerer Warenwirtschaft im Lebensmitteleinzelhandel.

Freitag, 28. November 2025, 14:58 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Wichtige Hilfe: Aktuell suchen rund 1,5 Millionen Menschen regelmäßig die Tafeln auf. Bildquelle: Stefan Mugrauer

„Es ist leider so, dass wir nicht alle Menschen bedienen können, die zu den Tafeln kommen wollen.“ Das sagte der Tafeln-Bundesvorsitzende Andreas Steppuhn im Interview von Radio Horeb. Gründe dafür seien rückläufige Lebensmittelspenden und zu wenige Ehrenamtliche.

975 Tafeln in Deutschland aktiv

Aktuell würden rund 1,5 Millionen Menschen regelmäßig die Tafeln aufsuchen. „Wir haben natürlich Schwankungen und das ist auch regional sehr unterschiedlich“, sagte Steppuhn. Doch weil „nicht so viele Lebensmittel vorhanden sind und weil eben halt auch nicht so viele ehrenamtliche Menschen da sind, die das Ganze dann machen“, gebe es nach oben „auch ganz natürliche Grenzen“. Mittlerweile würden sich rund 75.000 Menschen ehrenamtlich bei den insgesamt 975 Tafeln in Deutschland engagieren.

Vorsitzender: Kompletter LEH unterstützt die Tafeln

Ein Grund für den Rückgang bei den Lebensmittelspenden sei, dass nachhaltiger gewirtschaftet werde und es weniger Überproduktionen gebe, sagte der Tafel Deutschland-Vorsitzende. „Digitalisierung gibt es in den Discountern und Lebensmittelsupermärkten. Das heißt also, es wird immer nur noch das nachbestellt, was tatsächlich fehlt.“ Daran gebe es vonseiten der Tafeln auch keine Kritik.

Als Konsequenz wende man sich daher direkt auch an die Lebensmittelhersteller, „um da noch Ware zu akquirieren“. Mittlerweile sei „der komplette Lebensmittelhandel dabei, die Tafeln zu unterstützen“.

Die Tafeln seien jedoch nur als Zusatzangebot zu verstehen, betonte Steppuhn. Für die Bekämpfung von Armut seien Politik und der Staat zuständig und nicht die Tafeln. Die Organisation stelle fest, dass Armut in Deutschland zunehme. Erforderlich sei eine Sozial- und Rentenpolitik, die Armut wirksam bekämpfe. 

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