Der Einzelhandel hat seinen Energieverbrauch in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt. Das zeigt die Studie „Energiemanagement im Einzelhandel 2025“ des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI. Der Stromverbrauch im Lebensmittelhandel sank von 317 Kilowattstunden pro Quadratmeter Verkaufsfläche im Jahr 2018 auf 289 Kilowattstunden im Jahr 2024. Im Nonfood-Handel fiel der Verbrauch im gleichen Zeitraum von 103 auf 74 Kilowattstunden pro Quadratmeter.
Schleppende Umstellung auf klimafreundliche Heizsysteme
Die Umstellung auf klimafreundliche Heizsysteme verläuft dagegen schleppend. Nur 9 Prozent der befragten Unternehmen planen, bis 2030 ihre gesamte fossil betriebene Heizungsflotte auf erneuerbare Systeme umzustellen. Die größte Gruppe der Befragten, 41 Prozent, will bis 2030 lediglich bis zu einem Viertel auf regenerative Energieträger umstellen. „Dies spiegelt insbesondere die Finanzierungsherausforderungen einer Umstellung auf klimafreundliche Heizsysteme wider“, heißt es in der Studie.
„Die Zukunft der Energieeffizienz im Handel liegt in der konsequenten Digitalisierung, verbesserten Transparenz und der strategischen Integration aller energierelevanten Systeme“,betonte Studienautor Benjamin Chini.
Kätetechnik im LEH größter Stromfresser
Im Lebensmittelhandel verursacht die Kältetechnik mit 52 Prozent den größten Stromverbrauch, gefolgt von Beleuchtung mit 20 Prozent und Klimatisierung sowie Lüftung mit 9 Prozent. Entsprechend fließen 60 Prozent der Investitionen in die Kältetechnik.
Im Nonfood-Handel dominiert die Beleuchtung mit 56 Prozent den Stromverbrauch, gefolgt von Klimatisierung und Lüftung mit 29 Prozent. Hier entfallen 68 Prozent der Investitionen auf die Beleuchtung.
Lebensmittelhandel setzt auf Wärmerückgewinnung
Der Wärmeenergieverbrauch liegt im Lebensmittelhandel bei durchschnittlich 89 Kilowattstunden pro Quadratmeter Verkaufsfläche, im Nonfood-Handel bei 66 Kilowattstunden. Bei den Investitionen in Wärmeeffizienz setzt der Lebensmittelhandel mit 35 Prozent auf Wärmerückgewinnung und Abwärmenutzung. Es folgen Gebäudehüllen und regenerative Wärmeerzeugung/Wärmespeicherung mit jeweils 25 Prozent. 11 Prozent wird in intelligente Steuerung und Regelung investiert.
Der Nonfood-Handel investiert dagegen 54 Prozent in intelligente Steuerung und Regelung.
Für die Studie befragte das EHI im August 2024 insgesamt 46 Handelsunternehmen mit über 42.000 Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Daten beziehen sich auf das Verbrauchsjahr 2024.
