Der Konzern Baywa aus München hat seine Jahresprognose zurückgezogen. Grund dafür sind Unsicherheiten im Geschäft mit erneuerbaren Energien, wie das Unternehmen mitteilte. Veränderte regulatorische Rahmenbedingungen in den USA, die mit dem „One Big Beautiful Bill“ von US-Präsident Donald Trump zusammenhängen, führten zu dieser Entscheidung.
Begonnene Projekte auf dem Prüfstand
Bei der Tochtergesellschaft Baywa r.e., die für erneuerbare Energien zuständig ist, prüft man derzeit die Auswirkungen der neuen US-Regelungen. Das Unternehmen sieht Anhaltspunkte für mögliche Ergebnisbeeinträchtigungen. Möglicherweise müssen die Verantwortlichen bereits begonnene Projekte neu bewerten.
Trotz dieser Entwicklung äußerte sich der Vorstand zuversichtlich: „Aus heutiger Sicht sind wir weiterhin zuversichtlich, die Sanierung der Gruppe mit Hilfe entsprechender Gegenmaßnahmen im Sanierungszeitraum bis Ende 2028 erfolgreich abschließen zu können.“ Diese Einschätzung hatte Baywa bereits im September veröffentlicht.
Baywa kämpft mit Folgen der Expansion
Baywa steckt seit Längerem in einer tiefen Krise. Im vergangenen Jahrzehnt verfolgte der Konzern einen internationalen Expansionskurs, den er durch Kredite finanzierte. Mit dem Ende der Niedrigzinsphase geriet Baywa in finanzielle Schwierigkeiten. Im Sommer 2024 wendeten die beiden Hauptaktionäre und die kreditgebenden Banken eine drohende Zahlungsunfähigkeit durch Finanzspritzen ab.
Für das vergangene Jahr meldete der 1923 gegründete Konzern einen Verlust von 1,6 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis trugen neben schlechten Geschäftsergebnissen auch hohe Abschreibungen auf Buchwerte in der Bilanz bei.
