Elektronikartikel Direktkauf bei Marken wird selbstverständlicher

Laut einer Studie der Unternehmensberatung Simon-Kucher verändern sich die Spielregeln für Home und Consumer Electronics: Der Direktkauf bei Marken ist kein Nischenmodell mehr. 

Dienstag, 23. September 2025, 10:54 Uhr
Thomas Klaus
Zum Teil bedenkliche Entwicklung für den stationären Handel: Der Direktkauf bei Marken ist kein Nischenmodell mehr.  Bildquelle: Getty Images

Der Direktvertrieb von Herstellern an Endkunden gewinnt bei Home- und Consumer-Electronics-Produkten an Bedeutung. Dies zeigt die Simon-Kucher D2C-Studie 2025. Demnach kaufen Kunden 17 Prozent aller Produkte in diesem Segment direkt in den Shops der Marken. Zählt man die Markenshops der Hersteller auf Amazon hinzu, steigt dieser Anteil auf 56 Prozent.

Smartphones werden am meisten direkt verkauft

Besonders erfolgreich verkaufen Smartphone-Hersteller ihre Produkte direkt. Laut der Studie erwerben Kunden 64 Prozent der Smartphones direkt bei der Marke. Bei anderen Produktkategorien wie großen Haushaltsgeräten (41 Prozent) und Fernsehern (44 Prozent) liegt der D2C-Anteil niedriger. Ohne die Markenshops auf Amazon sinkt der D2C-Anteil bei großen Haushaltsgeräten auf 17 Prozent, bei Fernsehern auf 12 Prozent.

„D2C beeinflusst maßgeblich die künftige Machtbalance zwischen Herstellern und Händlern“, erläutert Björn Dahmen, Senior Partner bei Simon-Kucher. Die Hersteller stehen jedoch vor der Herausforderung, Kunden nicht nur auf ihre Websites zu locken, sondern dort auch zum Kauf zu bewegen. Die Studie zeigt: 43 Prozent der Konsumenten informieren sich auf den Websites der Hersteller, deutlich weniger kaufen dort tatsächlich.

Preis entscheidend für Kaufbereitschaft in Hersteller-Shops

Ein Hauptgrund für die zurückhaltende Kaufbereitschaft in den Hersteller-Shops ist der Preis. 35 Prozent der Befragten kaufen nur dann direkt beim Hersteller, wenn es günstiger ist als im Handel. Weitere 40 Prozent erwarten zumindest den gleichen Preis. Nur 25 Prozent der Konsumenten würden für D2C-Käufe mehr bezahlen – etwa für Vorteile bei Service, Lieferung oder Verfügbarkeit.

Eine Ausnahme bildet die Gaming-Branche. Hier können sich 45 Prozent der Kunden vorstellen, in D2C-Shops mehr Geld auszugeben. „Der Kauf eines Toasters ist eben nicht so emotional wie der Kauf der heiß geliebten Spielekonsole“, erklärt Kai Füller, Director bei Simon-Kucher.

Für die Studie befragten die Marktforscher von August bis September 2025 insgesamt 1.003 Verbraucher in Deutschland. Die Teilnehmer hatten kürzlich langlebige Produkte mit Schwerpunkt Haushaltselektronik gekauft oder planten einen solchen Kauf. Simon-Kucher führte die Untersuchung in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Dynata durch.

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