Die Hochschule Osnabrück und die Züchtungsinitiative Niederelbe (ZIN) führen ab dem 15. November 2025 zwei allergikerfreundliche Apfelsorten in den Markt ein. Nach Angaben der Hochschule Osnabrück tragen die unter der Dachmarke „Pompur“ vertriebenen Äpfel das ECARF-Siegel der Europäischen Stiftung für Allergieforschung.
Klinische Tests bestätigen gute Verträglichkeit
Die neuen Sorten entstanden aus einem Forschungsprojekt der Hochschule Osnabrück, der Technischen Universität München und der Charité – Universitätsmedizin Berlin. In Zusammenarbeit mit der ZIN identifizierten und entwickelten die Forscher Apfelsorten mit besonders geringem Allergengehalt.
Klinische Tests bestätigten die gute Verträglichkeit der Äpfel. Allerdings sollten sich Allergiker auch an diese Sorten vorsichtig herantasten, rät die Hochschule Osnabrück.
„Vor drei Jahren erhielten die Sorten das ECARF-Siegel – heute erleben wir, wie die Forschung der Hochschule Osnabrück in den Alltag vieler Menschen Eingang findet“, erklärte Prof. Dr. Werner Dierend, Leiter des Fachgebiets Obstbau an der Hochschule Osnabrück. Für die über 3,5 Millionen Menschen in Deutschland mit einer Apfelallergie könnte dies nach seiner Einschätzung die Lebensqualität deutlich verbessern.
Früchte sind eher groß, knackig und saftig
Die Entwicklung der Sorten erstreckte sich über lange Jahre. Die Forscher kreuzten die erste Sorte 2004, die zweite 2007. Danach prüften sie die Äpfel auf Eigenschaften wie Aussehen, Geschmack, Ertrag und Allergenpotential. Matthias Schmoldt, Obstbauer und Mitglied der ZIN, sagte: „Unter der Dachmarke ,Pompur’ führen wir zwei Apfelsorten in den Markt ein, die für Allergikerinnen und Allergiker geeignet sind – und zugleich geschmacklich überzeugen.“
Die erste Sorte hat ein eher süßliches Aroma, die zweite ein ausgeglichenes Zucker-Säure-Verhältnis. Bei beiden Sorten sind die Früchte eher groß, knackig und saftig.
Die beiden allergikerfreundlichen Sorten sind die dritte und vierte Sorte aus dem gemeinsamen Züchtungsprogramm der Hochschule Osnabrück und der ZIN, die es in die Supermarkt-Regale schafften. Professor Dierend war auch federführend an der Entwicklung der Sorten „Deichperle“ und „Aldiamo“ beteiligt. Aldiaamo entstand in Zusammenarbeit mit dem Discounter Aldi Nord.
Züchtungsinitiative für Markeneinführung zuständig
Die Hochschule Osnabrück wies darauf hin, dass die Ernte in diesem Jahr gering ausfällt, da die Bäume noch wachsen. Mehrere Lebensmittelhändler bekundeten bereits Interesse: Sie wollen die neuen Apfelsorten in ihr Sortiment aufnehmen. Namen nannte die Hochschule Osnabrück nicht.
Für die Einführung der Marken im Handel ist die Züchtungsinitiative Niederelbe zuständig. Hierzu zählt unter anderem auch die Namensgebung der neuen Sorten.
