Die Menschen in Deutschland legen beim Einkauf von Lebensmitteln zunehmend Wert auf faire Produktionsbedingungen. 74 Prozent der Verbraucher achten darauf. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag von Fairtrade Deutschland. 60 Prozent der Befragten zeigten sich bereit, mehr Geld für Produkte zu bezahlen, wenn die Produzenten dafür einen fairen Lohn erhalten. Die Umfrage basiert auf den Antworten von 2.500 Erwachsenen und repräsentiert die in Deutschland lebende Bevölkerung ab 18 Jahren nach Geschlecht, Alter und Bundesland.
Besonders hohe Kaufquote in Hamburg und Berlin
In Berlin und Bayern liegt die Bereitschaft, für fair produzierte Waren mehr zu bezahlen, deutlich über dem Bundesdurchschnitt. In der Hauptstadt gaben 71 Prozent der Befragten an, höhere Preise für faire Produkte zu akzeptieren. In Bayern waren es 66 Prozent, wie aus der Umfrage hervorgeht.
41 Prozent der Deutschen kaufen nach eigenen Angaben regelmäßig fair gehandelte Lebensmittel. Besonders hoch ist dieser Anteil in Hamburg mit 58 Prozent und in Berlin mit 61 Prozent.
Fast die Hälfte der Verbraucher orientiert sich beim Einkauf am Fairtrade-Siegel. Fehlt dieses Siegel, suchen etwa 30 Prozent der Kunden eine Alternative in einem anderen Supermarkt. In Berlin ist jeder zweite Verbraucher bereit, den Supermarkt zu wechseln, um ein Fairtrade-Produkt zu finden. In Hessen liegt dieser Anteil bei 41 Prozent.
Fairtrade Deutschland meldet steigende Ausgaben
Die Deutschen gaben im Zeitraum 2023/2024 durchschnittlich 42,76 Euro für Fairtrade-Produkte aus und kauften etwa 22 Produkte, teilte Fairtrade Deutschland mit.
Zwischen 80 und 93 Prozent der Befragten verbinden Fairness mit sozialen Werten wie einer guten Gesundheitsversorgung, gerechten Löhnen, einer fairen Einkommensverteilung, guten Bildungschancen und der Gleichbehandlung unabhängig von Geschlecht und Alter.
