Verbraucherschutz warnt Ärger über private Parkplatzüberwacher wächst

Die Beschwerden über private Parkraumbewirtschafter nehmen in Deutschland zu. Verbraucher kritisieren vor allem hohe Strafen und unklare Regeln. Supermarktketten wie Lidl und Kaufland reagieren bereits auf die Probleme.

Freitag, 22. August 2025, 09:17 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Parken ohne Schranken: Bei Supermärkten, in großen Städten oder an Sehenswürdigkeiten werden oft Auto-Kennzeichen per Kamera erfasst. Bildquelle: Getty Images

Die Beschwerden über private Parkplatzbewirtschafter in Deutschland nehmen deutlich zu. Verbraucher kritisieren vor allem unklare Regeln, hohe Vertragsstrafen und eine schlechte Erreichbarkeit des Service bei schrankenlosen Parkplätzen mit Kennzeichenerfassung, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den Verbraucherzentralen der Bundesländer ergab.

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg beobachtet eine steigende Zahl von Fällen, bei denen Parkplatzbetreiber direkt Inkassounternehmen einschalten. „Privates Parkraummanagement ist in den letzten Jahren zunehmend ein Thema“, erläutert Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale. Die Strafen erreichten schnell einen dreistelligen Bereich. Peter Lassek, Leiter der Fachgruppe Recht bei der Verbraucherzentrale Hessen, betont: „Auf privaten Parkplätzen kann es teurer werden als im öffentlichen Parkraum. Allerdings müssen die Strafen angemessen bleiben.“

Die Verbraucherzentrale Bayern bemängelt, dass die Kassenautomaten keine Belege ausgeben. Zudem führten Tippfehler bei der manuellen Kennzeicheneingabe zu Problemen. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen berichtet von einem Fall am Hauptbahnhof Hannover, bei dem eine Autofahrerin trotz angezeigter Parkgebühr von null Euro eine Zahlungsaufforderung über 47 Euro erhielt, weil sie die Freiparkzeit von 15 Minuten überschritten hatte.

Supermarktketten reagieren auf Kritik

Die Parkplatzbetreiber weisen die Vorwürfe zurück. Mobility Hub, ein Unternehmen aus München mit rund 100.000 Stellplätzen, gibt an, dass 99,5 bis 99,8 Prozent aller Parkvorgänge reibungslos verlaufen. „Ein zu niedriges Nutzungsentgelt würde von vielen als Servicepauschale wahrgenommen“, teilt das Unternehmen mit. Die Höhe der Strafen solle abschreckend wirken.

Mehrere Supermarktketten haben bereits auf die Beschwerden reagiert. Lidl, Aldi Nord und Kaufland erklärten, nicht von den Vertragsstrafen zu profitieren. Kaufland hat nach eigenen Angaben aufgrund von Kundenfeedback Verträge mit Parkraumbewirtschaftern angepasst und die Zusammenarbeit mit bestimmten Dienstleistern beendet. Die Verbraucherschützer empfehlen, Belege aufzubewahren und im Zweifelsfall Fotos von Schildern und der Parksituation zu machen.

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