Facebook liegt bei der Arbeitgebersuche vorn, führt aber auch bei Falschnachrichten und Mobbing. Dies ergibt die repräsentative Studie „Social Media Atlas 2025“. Diese haben die Kommunikationsagentur PER Agency, das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung sowie das Marktforschungsinstitut Toluna veröffentlicht.
Facebook rangiert vor LinkedIn und Xing
25 Prozent der Nutzer sozialer Medien hat sich auf Facebook über potenzielle Arbeitgeber informiert. 14 Prozent entschieden sich sogar für einen Arbeitgeber aufgrund von Informationen aus dem Netzwerk. Damit steht Facebook an der Spitze, gefolgt von den beruflichen Netzwerken Linkedin und Xing mit jeweils 22 Prozent. Es folgen seriöse Online-Nachrichten (21 Prozent), der Videokanal YouTube und klassische Zeitungen und Zeitschriften (jeweils 19 Prozent).
Trotz dieser Führungsposition genießt Facebook wenig Vertrauen bei kommerziellen Informationen. 51 Prozent der Nutzer vertrauen den dort verbreiteten Inhalten nur gering oder sehr gering. Die höchsten Vertrauenswerte erzielen Xing und Linkedin.
Auf Facebook hohe Aktivitätsquoten
Facebook führt auch bei problematischen Aspekten. 56 Prozent der Nutzer stoßen dort auf Falschnachrichten oder Propaganda. Ein Viertel der Nutzer beobachtete Mobbing auf der Plattform. Bei „Hass und Hetze“ erreicht Facebook mit 30 Prozent den Höchstwert.
Trotz dieser Probleme nutzen besonders die 30- bis 59-Jährigen Facebook aktiv. Rund 60 Prozent lesen regelmäßig Beiträge. Knapp 40 Prozent liken und etwa 30 Prozent kommentieren. Dr. Roland Heintze, geschäftsführender Gesellschafter von PER Agency, erklärt: „Diese Aktivitätsquoten sind höher als bei anderen wichtigen Plattformen. Mit zunehmender Erfahrung wächst meist auch die Medienkompetenz.“
Sinkende Nutzerzahlen bei Menschen bis 29 Jahre
Die Nutzerzahlen bei jungen Menschen bis 29 Jahre sinken jedoch. Das Netzwerk dürfte daher langfristig an Relevanz verlieren. Heintze rät: „Vorerst sollten insbesondere Personalverantwortliche in Unternehmen es jedoch weiterhin intensiv beobachten und bespielen, wenn sie an Talenten und erfahrenen Kräften interessiert sind.“
Für die Studie befragten die Forscher 3.500 deutsche Internetnutzer ab 16 Jahren von Dezember 2024 bis Januar 2025 online. Die Umfrage ist repräsentativ.
