Politischer Umbruch Minister Rainer trennt sich von Tierschutzbeauftragter Kari

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) trennt sich von der Bundestierschutzbeauftragten Ariane Kari (Foto). Das Amt soll aber weiterhin bestehen bleiben. Die erst 2023 eingesetzte Kari äußerte sich zu ihrer Entlassung auf Instagram.

Dienstag, 05. August 2025, 09:55 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Unter der neuen Regierung ohne Zukunft: Ariane Kari hatte als Bundestierschutzbeauftragte noch viel vor. Bildquelle: BMLEH

Der Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat sich von der Bundestierschutzbeauftragten Ariane Kari getrennt. Das Amt soll aber weiterhin bestehen bleiben, teilte das Ministerium mit, ohne einen Nachfolger zu nennen. „Tierschutz bleibt ein zentrales Anliegen der Bundesregierung. Deshalb wird es auch künftig eine Beauftragte oder einen Beauftragten für Tierschutz geben“, erklärte Rainer. Für ihn sei entscheidend, dass diese Funktion „nicht nur gut gemeint, sondern auch gut gemacht“ sei.

Kari hatte das Amt erst 2023 unter dem damaligen Landwirtschaftsminister Cem Özdemir angetreten. Die Entscheidung zur Trennung hat Kritik ausgelöst. Rainer dankte Kari für ihre Arbeit und die wertvollen Impulse, die sie als erste Bundestierschutzbeauftragte für den Tierschutz gegeben habe.

Schröder: Tierschutzpolitisches Beben

Zoe Mayer, Sprecherin für Tierschutzpolitik der Grünen im Bundestag, übte scharfe Kritik an der Entscheidung. Sie bezeichnete das Ende von Karis „exzellenter Arbeit“ als nicht nachvollziehbar und ermutete politische Gründe für die Entlassung. Die Grünen-Politikerin unterstrich:  „Die Unabhängigkeit dieses Amtes ist elementar, um Tieren eine Stimme in der Politik zu geben, um die Bundesregierung zu kontrollieren und zu beraten.“

Auch der Deutsche Tierschutzbund reagierte mit Kritik. Präsident Thomas Schröder sprach von einem „tierschutzpolitischen Beben“. Er erklärte: „Mit dieser Entscheidung hat der Bundesminister Vertrauen bei den Tierschützerinnen und Tierschützern verspielt.“

Bundestierschutzbeeauftragte mit zahlreichen Aufgaben

Die Bundestierschutzbeauftragte soll unter anderem bei der Gesetzgebung in Tierschutzfragen mitwirken, gegen Missstände beim Umgang mit Tieren vorgehen und als Ansprechpartnerin für Organisationen und Bürger dienen.

In ihrem Arbeitsprogramm führte Ariane Kari Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit, bessere Gesetze und Verordnungen für Tiere sowie eine vertiefte Schnittstelle zwischen Tiermedizin und Jura auf. Für das laufende Amtsjahr hatte sie bereits zahlreiche Gesprächs- und Ortstermine angekündigt.

Die Tierärztin und Fachtierärztin für Öffentliches Veterinärwesen Karli war stellvertretende Tierschutzreferatsleiterin im Veterinäramt Rhein-Beckar-Kreis. Später arbeitete sie als stellvertretende Landestierschutzbeauftragte in Baden-Württemberg. 

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