Schleswig-Holstein Mehr Supermärkte ohne Personal fordern Politik heraus

In Schleswig-Holstein nimmt die Zahl der Supermärkte ohne Verkaufspersonal zu. Die Landesregierung arbeitet an einer gesetzlichen Regelung für diese 24/7-Märkte. Kirchen und Gewerkschaften äußern Bedenken.

Montag, 28. Juli 2025, 10:13 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Klein, aber oho: Mini-Supermärkte wie zum Beispiel dieser Tegut-Markt am Mannheimer Hauptbahnhof sind auch in Schleswigg-Holstein zu Diskussionsstand geworden. Bildquelle: Tegut

In Schleswig-Holstein öffnen immer mehr Supermärkte ohne Verkaufspersonal. Der Handelsverband Nord begrüßt diese Entwicklung. Die Landesregierung in Kiel arbeitet an einer gesetzlichen Regelung, die strittige Fragen klären soll. Dies teilte der Verband mit.

Böckenholt: Mächtig Bewegung auf diesem Sektor

Kunden erhalten mit ihrer Bankkarte Zutritt zu diesen sogenannten 24/7-Supermärkten. Sie können rund um die Uhr einkaufen, ihre Waren selbst scannen und mit Karte bezahlen. Videokameras überwachen den Vorgang.

„Es ist mächtig Bewegung auf diesem Sektor“, zitierte der Verband seinen Hauptgeschäftsführer Dierk Böckenholt. Laut Böckenholt verbessern diese Märkte die Lebensmittelversorgung in ländlichen Gebieten und steigern die Attraktivität kleiner Dörfer. Der Handelsverband sieht in dieser Entwicklung zudem eine Möglichkeit gegen den prognostizierten Fachkräftemangel im Einzelhandel.  

Verdi verweist auf Reinigungen und Regalarbeiten

Die Landesregierung plant: Die personallose Sonn- und Feiertagsöffnungsoll eingeschränkt zugelassen werden. Nach den bisherigen Plänen soll dies Kleinstsupermärkte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 150 Quadratmetern in Orten mit maximal 1.500 Einwohnern betreffen, so das Wirtschaftsministerium. 

Kirchen und Gewerkschaften kritisieren die Ausweitung der Öffnungszeiten. Sie bezweifeln, dass die automatisierten Supermärkte tatsächlich ohne Personal auskommen. Bert Stach, Leiter des Fachbereichs Handel bei Verdi Nord, verwies auf die Notwendigkeit von Reinigungsarbeiten und Regalauffüllungen.

FDP zählt rund 20 personalfreie Kleinmärkte

Die FDP im Landtag fordert eine weitergehende Regelung. Der FDP-Abgeordnete Bernd Buchholz schlug vor, vollautomatisierte Supermärkte unabhängig von der Größe an Sonn- und Feiertagen zu öffnen, sofern kein Personal zum Einsatz kommt. CDU und Grüne lehnten diesen Vorschlag bisher ab.

Nach Schätzungen der FDP gibt es in Schleswig-Holstein bereits etwa 20 solcher personalfreien Kleinmärkte. Die Landesregierung plant, das Gesetz voraussichtlich im September im Landtag zu beraten und zu beschließen.

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