Studie zum Personalmangel Bis 2028 fehlen 40.000 Verkäufer

Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft prognostiziert einen Mangel von 768.000 Fachkräften bis 2028. Besonders betroffen sind Verkaufsberufe im Einzelhandel. 

Dienstag, 15. Juli 2025, 10:14 Uhr
Thomas Klaus
Dramatische Prognose: Der Fachkräftemangel im Einzelhandel spitzt sich laut IW weiter zu. Bildquelle: Getty Images

Der Fachkräftemangel in Deutschland wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Bis 2028 werden voraussichtlich 768.000 Fachkräfte fehlen. Dies geht aus einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor.

Demografischer Wandel macht sich bemerkbar

Die Studie prognostiziert die Entwicklung in 1.300 Berufen bis zum Jahr 2028, basierend auf den Trends der vergangenen sieben Jahre. Besonders betroffen sind demnach Verkaufsberufe, vor allem im Einzelhandel. Hier könnten über 40.000 Stellen unbesetzt bleiben, obwohl die Gesamtbeschäftigung in diesem Bereich zurückgeht. Das IW führt dies auf den demografischen Wandel zurück, der es den Unternehmen erschwert, Ersatz für ausscheidende Mitarbeiter zu finden.

Auch Metallberufe stark gebeutelt

In den Metallberufen erwartet das Institut einen deutlichen Beschäftigungsrückgang um 14 Prozent oder rund 161.000 Stellen bis 2028. Trotz dieses Rückgangs wird in einigen Bereichen weiterhin ein Fachkräftemangel bestehen. Bei Fachkräften für Metallbau und spanende Metallbearbeitung prognostiziert die Studie eine Lücke von 7.400 beziehungsweise 5.300 Stellen. Als Grund nennt das IW einen Mangel an Nachwuchskräften.

Wachsender Fachkräftemangel auch im Erziehungsbereich

Auch im Erziehungsbereich zeichnet sich trotz steigender Beschäftigtenzahlen ein wachsender Fachkräftemangel ab. Das Institut erwartet hier einen Anstieg um rund 136.400 Beschäftigte bis 2028. Gleichzeitig könnte die Fachkräftelücke auf knapp 31.000 anwachsen.

„Dass aktuell die Zahl der offenen Stellen zurückgeht, darf nicht über den strukturellen Fachkräftemangel in vielen Bereichen hinwegtäuschen“, so der IW-Experte Alexander Burstedde. Besonders betroffen seien Berufe, die eine abgeschlossene Berufsausbildung erfordern. Diese machten mehr als die Hälfte der gesamten Fachkräftelücke aus.

Intensivere Berufsorientierung an den Schulen gefordert

Alexander Burstedde fordert die Politik zum Handeln auf. Er empfiehlt eine intensivere Berufsorientierung an allen Schulen, die die Chancen einer Ausbildung vermittelt und gezielt über Mangelberufe sowie deren Beschäftigungs- und Karrierechancen aufklärt. Damit sollen die Unternehmen leichter Ausbildungsplätze besetzen können.

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