Der AGA-Unternehmensverband berichtet von einer anhaltenden Belastung für norddeutsche Händler und unternehmensnahe Dienstleister. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen verzeichnete im zweiten Quartal 2025 einen Umsatzrückgang, teilte der Verband mit. Der Umsatz sank real um 3,5 Prozent, nominal um 2,5 Prozent. Ihre Gewinne bezeichneten 56 Prozent der Befragten als bedriedigend und lediglich 13 Prozent als gut.
Kruse: Größte Wachstumsbremse hausgemacht
„Die Lage im Groß- und Außenhandel ist nicht gut“, erklärte AGA-Präsident Hans Fabian Kruse. Als größte Wachstumsbremsen nannte er Bürokratie und Überregulierung. Die Probleme seien also hausgemacht. Zudem kämpften die Unternehmen mit sinkender Nachfrage, neuen Handelshemmnissen und einem zunehmend unberechenbaren internationalen Umfeld.
Der AGA-Indikator für das zweite Quartal 2025 fiel auf 90,3 Punkte, nach 102,9 Punkten im Vorquartal. Im Groß- und Außenhandel sank der Indikator auf 79,3 Punkte – den niedrigsten Stand seit dem zweiten Quartal 2020, als die Corona-Pandemie den Welthandel stark einschränkte.
41 Prozent erwarten Rückgang der Gewinne
Der Einzelhandelssektor weist einen Indikator von 74,1 Punkten auf und verliert somit ebenfalls. Im Vorquartal waren es 86,7 Punkte.
Für die kommenden sechs Monate erwarten die norddeutschen Unternehmen eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage. 57 Prozent rechnen mit gleich bleibenden Umsätzen und 26 Prozent mit einer Verschlechterung. Eine konstante Gewinnlage erhoffen sich 51 Prozent der Unternehmen; 41 Prozent erwarten einen Rückgang der Gewinne.
Unternehmen erhöhen Investitionen trotz Krise
Trotz der schwierigen Lage planen 44 Prozent der befragten Unternehmen höhere Investitionen. Im Durchschnitt wollen die Firmen 5,3 Prozent ihres Umsatzes investieren. 54 Prozent der Unternehmen gaben an, sie hätten besonders stark in die Erweiterung im Bereich Umwelt und Energie investiert.
Als größte Hindernisse für die Wertschöpfung nannten die Unternehmen Bürokratie (38 Prozent) und weltpolitische Unsicherheit (36 Prozent). Diese Faktoren verringerten die Wertschöpfung im Durchschnitt um 10,4 Prozent.
Entschlossenes Handeln der Politik gefordert
Hans Fabian Kruse forderte ein entschlosseneres Handeln der Politik: „Wenn jetzt nicht gehandelt wird – bei Entlastungen, in der Handelspolitik, bei Investitionsanreizen – droht Deutschland den Anschluss zu verlieren.“
Der AGA Unternehmensverband führte die Umfrage vom 5. Juni bis zum 4. Juli 2025 unter norddeutschen Unternehmen durch.
