Studie zu Sozialen Medien Falschmeldungen verschrecken jüngere Nutzer

Eine neue Studie zeigt, dass X und Telegram unter den Sozialen Medien die größten Nutzerverluste aufgrund von Fake News hinnehmen müssen. Die Untersuchung belegt ebenfalls: Besonders junge Nutzer reagieren sensibel auf unglaubwürdige Inhalte und verlassen deshalb häufig eine Plattform. 

Dienstag, 08. Juli 2025, 15:19 Uhr
Thomas Klaus
Vier Prozent weniger Nutzer wegen Fake News: Dennoch führt an Tiktok zurzeit kaum ein Weg vorbei. Bildquelle: Getty Images

Zwölf Prozent der Internetnutzer in Deutschland haben schon einmal eine Social-Media-Plattform verlassen, weil sie kein Vertrauen mehr in die dort verbreiteten Informationen hatten. Unter den 16- bis 29-Järigen sind es 23 Prozent. Dies ergab die repräsentative Studie „Social Media Atlas 2025“. Diese Studie wird jährlich von der Kommunikationsagentur Per Agency, dem Institut für Management- und Wirtschaftsforschung sowie dem Marktforschungsinstitut Toluna herausgegeben.

Kommunikationskanal muss zeitgemäß sein 

Laut der Studie ist mangelndes Vertrauen in Informationen der Hauptgrund für den Wechsel von Social-Media-Plattformen. Ebenso viele Nutzer gaben an, eine Plattform verlassen zu haben, weil sie eine andere als einfacher und besser empfanden.

Ein weiterer wichtiger Grund für den Wechsel ist, dass Nutzer einen Kommunikationskanal als nicht mehr zeitgemäß wahrnehmen. Dies trifft besonders auf die jüngere Generation zu: 23 Prozent der 16- bis 29-Jährigen haben sich schon einmal von einem Dienst abgemeldet, weil er ihrer Meinung nach nicht mehr aktuell war.

Die Studie zeigt auch, dass die Plattformen X (ehemals Twitter) und Telegram jeweils sechs Prozent ihrer Nutzer aufgrund von Falschinformationen verloren haben. Bei Tiktok waren es vier Prozent. Dr. Roland Heintze, geschäftsführender Gesellschafter von Per Agency, kommentiert: „Der Wunsch nach Unterhaltung bedeutet nicht automatisch Verzicht auf Wahrheit.“

Junge Generation zeigt hohe Medienkompetenz

Besonders die jüngere Generation zeigt laut der Studie eine hohe Medienkompetenz. 16 Prozent der 16- bis 29-Jährigen haben schon einmal den Kommunikationskanal gewechselt, weil sie an der Glaubwürdigkeit der Informationen zweifelten. Bei den über 60-Jährigen waren es nur sieben Prozent. Auch bei Hass und Hetze reagieren junge Nutzer sensibler: 13 Prozent der Generation Z haben eine Plattform verlassen, weil sie dort zu viele menschenverachtende Inhalte erlebten.

Top Drei für Whatsapp, Youtube und Facebook

Trotz dieser Entwicklungen bleiben die beliebtesten Plattformen unverändert: Whatsapp, Youtube und Facebook belegen weiterhin die ersten drei Plätze im Beliebtheitsranking. Überraschenderweise konnten sich einige Plattformen trotz Vertrauensverlusten behaupten oder sogar verbessern. So verbesserte sich Telegram um drei Positionen von Rang 11 auf 8, während Tiktok wie im Vorjahr stabil auf dem fünften Platz steht.

Für die Studie befragten die Forscher von Dezember 2024 bis Januar 2025 insgesamt 3.500 deutsche Internetnutzer ab 16 Jahren online.

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