Der Online-Marktplatz Ali Express will auf Druck der EU-Kommission stärker gegen illegale und potenziell gefährliche Produkte vorgehen. Die Plattform habe rechtlich verbindliche Zusagen gemacht, teilte die EU-Kommission mit. Bei Verstößen gegen diese Zusagen drohen dem Unternehmen Strafen.
Ali Express will nach eigenen Angaben künftig besonders den Verkauf illegaler Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel bekämpfen. Verbraucher sollen verdächtige Produkte einfacher melden können, wie die EU-Kommission mitteilte. Die Plattform hat außerdem zugesagt, ihre Werbe- und Empfehlungssysteme transparenter zu gestalten und Händler besser rückverfolgen zu können. Wissenschaftler sollen zudem mehr Zugang zu öffentlichen Daten erhalten.
Die EU-Kommission hatte im März 2024 ein Verfahren gegen Ali Express eingeleitet. Mit den jetzt gemachten Zusagen versucht die Plattform, die damals erhobenen Vorwürfe auszuräumen.
Die Brüsseler Behörde sieht allerdings weiterhin Verstöße gegen die Vorgaben des Digital Services Act (DSA). Die Moderationssysteme zur Verhinderung illegaler Produkte seien nicht ausreichend ausgestattet, teilte die Kommission mit. Zudem setze Ali Express Sanktionen gegen Händler, die wiederholt illegale Inhalte veröffentlicht hätten, nicht angemessen durch. Die Plattform kann zu diesen Vorwürfen nun Stellung beziehen, bevor die EU-Kommission eine endgültige Entscheidung trifft.
