Getränkemarkt unter Druck Krombacher und Veltins erhöhen Bierpreise im Herbst

Für den Herbst 2025 kündigen die Brauereien Krombacher und Veltins Preiserhöhungen an. Betroffen sind Flaschen- und Fassbier für Handel und Gastronomie. Trotz steigender Preise wollen die Händler die Kunden weiterhin mit Aktionsangeboten locken.

Donnerstag, 12. Juni 2025, 09:49 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Schlechte Nachricht für Biertrinker: Krombacher und Veltins wollen an der Preisschraube drehen. Bildquelle: Getty Images

Krombacher und Veltins, zwei der größten Bierbrauer Deutschlands, kündigen Preiserhöhungen für den Herbst 2025 an. Dies betrifft nach den Angaben beider Unternehmen Flaschen- und Fassbier. Die angepassten Preise werden sich voraussichtlich auf Großkunden im Handel und Abnehmer in der Gastronomie auswirken.

Höhere Preise auch für Bitterlimonaden-Marke

Krombacher plant die Preiserhöhung zum 1. Oktober. Veltins folgt am 16. Oktober. Beide Unternehmen begründen den Schritt mit allgemein gestiegenen Kosten. Zum genauen Ausmaß der Preiserhöhungen machen die Brauereien keine Angaben. Branchenbeobachter halten es für möglich, dass sich der Standardpreis für einen Bierkasten mit 20 Halbliterflaschen um etwa einen Euro erhöhen könnte.

Krombacher kündigt zudem eine Preiserhöhung für die Bitterlimonaden-Marke Schweppes an. Ein Unternehmenssprecher erklärt hierzu, dass die letzte Preisanpassung im Frühjahr 2023 stattgefunden habe. Veltins betont, dass die Preiserhöhung sowohl den Handel als auch die Gastronomie betreffe. „Wir wollen aufgrund der gestiegenen Kosten mit gleicher Intensität in Gastronomie und Handel investieren“, erläutert ein Sprecher des Unternehmens. Veltins hatte zuletzt im Frühjahr 2023 die Preise angehoben.

Handelskonzerne werben mit Aktionspreisen

Trotz der angekündigten Preiserhöhungen beobachten Marktforscher derzeit viele Aktionspreise im Handel. Marcus Strobl von NielsenIQ berichtet, dass die großen Handelskonzerne in den vergangenen Wochen verstärkt mit Preisaktionen um die Gunst der Biertrinker warben. „Die Preise sind weiter unter Druck“, sagt er. Konsumenten fänden seit Wochen viele Gelegenheiten, Bier deutlich unter dem Regalpreis einzukaufen.

Laut Strobl kaufen Verbraucher bereits seit langem etwa zwei Drittel des Flaschenbieres großer Pilsmarken zu Aktionspreisen. Er erwartet, dass der Abstand zwischen Standard- und Aktionspreisen durch die neuen Preiserhöhungen noch weiter zunehmen könnte. „Die Aktionspreise der Pilsmarken sind über die letzten zehn Jahre nur unwesentlich angestiegen, die Regalpreise hingegen schon“, erläutert der Marktforscher.

Ob weitere große Brauereien ebenfalls Preiserhöhungen ankündigen werden, bleibt unklar. Ebenso offen ist, inwieweit die großen Handelskonzerne die angekündigten Preiserhöhungen aufnehmen und bei den Endkundenpreisen umsetzen werden. 

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