Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat die von der Bundesregierung geplanten steuerlichen Erleichterungen für Unternehmen als ersten wichtigen Schritt bezeichnet. Die besseren Abschreibungsmöglichkeiten für bewegliches Anlagevermögen könnten auch im Einzelhandel Investitionen unterstützen, teilte der Verband mit.
Das Bundeskabinett hat ein milliardenschweres Steuerpaket beschlossen, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Zunächst soll es steuerliche Erleichterungen für Unternehmen geben, die jetzt investieren. „Dafür werden wir sehr schnell den Investitionsbooster auf den Weg bringen: 30 Prozent Abschreibung, die in den nächsten drei Jahren möglich sind“, sagte Finanzminister Lars Klingbeil (SPD).
HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth ließ sich mit den Worten zitieren: „Mit ihrem Investitionsprogramm zeigt die neue Bundesregierung Handlungsfähigkeit. Sie hat erkannt, dass es angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage schnell gehen muss.“ Die verbesserten Abschreibungsbedingungen für bewegliche Wirtschaftsgüter machten nach Angaben des Verbands Investitionen in die Lagerhaltung oder in die Modernisierung von Lieferflotten für Händler attraktiver.
Der HDE forderte allerdings eine Ausweitung der Abschreibungsmöglichkeiten. „Anreize sind vor allem gefragt für Investitionen in die Innenstädte, in die Digitalisierung und in den Klimaschutz“, sagte Genth. Die Investitionsoffensive müsse alle Bereiche erreichen.
Die Bundesregierung plant auch eine schrittweise Absenkung des Körperschaftsteuersatzes und des Einkommensteuersatzes für einbehaltene Gewinne von Personenunternehmen um fünf Prozentpunkte. Der Verband kritisierte den geplanten Beginn der Absenkung im Jahr 2028 als zu spät. Die Entlastungen müssten jetzt kommen, forderte Genth.
