Der Start des staatlichen Tierhaltungslogos für Fleisch im Supermarkt verzögert sich um sieben Monate. Die verpflichtende Kennzeichnung für Anbieter soll nun erst am 1. März 2026 beginnen. Das hat das Bundeskabinett beschlossen. Ursprünglich war der Start für den 1. August 2025 geplant. Die Bundesländer hatten sich für eine Verschiebung eingesetzt.
Rainer: Wir brauchen praktikable Regelungen
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer begründete die Verschiebung damit, dass die Länder für die Umsetzung und Kontrolle des Gesetzes mehr Zeit benötigten. Eine verpflichtende Kennzeichnung müsse vom ersten Tag an einwandfrei funktionieren, betonte der CSU-Politiker. „Wir wollen Regelungen, die sich in der Praxis leicht umsetzen lassen und weniger Bürokratie bedeuten“, teilte Rainer mit. Auch den Lebensmittelanbietern räumt das Ministerium eine längere Umsetzungsfrist ein.
Das neue Logo soll Verbrauchern mehr Transparenz über die Haltungsbedingungen in den Ställen bieten. Es umfasst fünf Kategorien von der Stufe „Stall“ mit den gesetzlichen Mindestanforderungen bis zu „Bio“. Die Kennzeichnungspflicht gilt zunächst nur für frisches Schweinefleisch aus Deutschland. Eine freiwillige Kennzeichnung bleibt bis zum Start der Pflicht möglich. Das Gesetz war noch von der Ampel-Koalition beschlossen worden.
Fleischwirtschaft fordert Überarbeitung des Gesetzes
Der Verband der Fleischwirtschaft begrüßt die Verschiebung. „Die gewonnene Zeit kann nun genutzt werden, um das Gesetz sach- und praxisgerecht umzugestalten. In seiner jetzigen Form erfüllt das Gesetz seine Ziele bei Tierwohl und Produkttransparenz für den Verbraucher gerade nicht“, erklärte Hauptgeschäftsführer Steffen Reiter. Der Verband will nach eigenen Angaben das Tierwohl engagiert vorantreiben, wie er es bereits seit zehn Jahren mit der Initiative Tierwohl tue.
In den Supermärkten existiert bereits seit 2019 eine freiwillige Kennzeichnung der großen Handelsketten. Dieses Siegel mit der Bezeichnung „Haltungsform“ kennzeichnet Fleisch von Rindern, Schweinen und Geflügel.
Die Wirtschaftsbeteiligten in der Erzeugungskette Fleisch haben damit nach Angaben des Verbands der Fleischwirtschaft Systeme etabliert, die die Haltungsbedingungen transparent darstellen und bei den Verbrauchern sehr bekannt sind. Diese Systeme sollten nach Ansicht des Verbands als bürokratiearme Basis für die künftige Kennzeichnung der Haltungsstufen dienen.
