Pfandsystem-Studie Mehrheit will Einheitspfand für Flaschen und Dosen

Eine neue Umfrage im Auftrag von Fritz-Kola zeigt: 70 Prozent der Deutschen befürworten einen einheitlichen Pfandbetrag für alle Getränkeverpackungen. Die Zahl der Pfandsammler ist auf 1,05 Millionen Menschen gesunken. 

Montag, 26. Mai 2025, 14:32 Uhr
Theresa Kalmer
Halterungen wie diese sind in manchen Städten über Müllbehältern installiert. Pfandsammler können dort dann die abgestellten Flaschen einsammeln. Bildquelle: Fritz-Kola

Der Getränkehersteller Fritz-Kola hat eine Studie zur Wirksamkeit des deutschen Pfandsystems vorgelegt. Die Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts Yougov zeigt, dass 70 Prozent der Bevölkerung einen einheitlichen Pfandbetrag für alle Flaschen und Dosen befürworten, wie das Unternehmen mitteilte. Bei den Pfandsammlern sprechen sich den Angaben zufolge sogar 75 Prozent dafür aus.

Eine Erhöhung des Pfands auf Glasmehrwegflaschen könnte nach den Studienergebnissen die Rückgabequoten steigern. Knapp zwei Drittel der Befragten halten einen höheren Betrag als die aktuellen 8 Cent bei Glasmehrwegflaschen für angemessen. Mehr als die Hälfte der befragten Pfandsammler würde bei einer Pfanderhöhung gezielter Glasflaschen sammeln. Derzeit konzentriert sich das Sammelverhalten vor allem auf Dosen und PET-Flaschen mit einem Pfandwert von 25 Cent. Knapp ein Drittel der Sammler bevorzugt diese wegen des höheren Ertrags und des geringeren Gewichts, wie aus der Studie hervorgeht.

„Pfandsystem muss fair, verständlich und wirksam sein“

Eine Pfanderhöhung bei Glasflaschen würde den Konsum kaum beeinflussen. Nur 7 Prozent der Befragten würden dann weniger Getränke in Glasflaschen kaufen. „Das Pfandsystem ist eine tragende Säule der Kreislaufwirtschaft – aber es muss fair, verständlich und wirksam sein“, erklärte Pascal Fromme, Leiter Nachhaltigkeit bei Fritz-Kola, in der Mitteilung.

Die Zahl der Pfandsammler in Deutschland ist der Studie zufolge leicht gesunken. Aktuell sammeln 1,05 Millionen Menschen Pfand, im Mai 2024 waren es noch 1,19 Millionen. Der finanzielle Ertrag des Sammelns hat sich verschlechtert. 58 Prozent der Befragten verdienen monatlich weniger als 50 Euro durch Pfandsammeln. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 48 Prozent.

Pfandstudie Diagramme 16 9 PGD

Fritz-Kola ruft Tag der Pfandsammler aus

Die gesellschaftliche Akzeptanz des Pfandsammelns ist nach den Studienergebnissen gestiegen. 88 Prozent der Bevölkerung lehnen ein Verbot des Pfandsammelns ab. Im Jahr 2024 waren es 84 Prozent. 74 Prozent der Befragten stört es nicht, wenn Pfandflaschen neben Mülleimern abgestellt werden. Allerdings bestehen weiterhin Vorurteile. So glauben 81 Prozent der Bevölkerung, Obdachlosigkeit sei ein Hauptgrund für das Sammeln von Pfand. Tatsächlich waren 76 Prozent der Pfandsammler nach eigenen Angaben nie obdachlos.

Das Unternehmen hat den 26. Mai 2025 zum Tag der Pfandsammler ausgerufen. „Pfandsammeln ist für viele Menschen ein wichtiger Teil des Überlebens – das sollten wir nicht stigmatisieren, sondern anerkennen und politisch ernst nehmen“, sagte Fromme.

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