Deutschland bleibt als einzige große Volkswirtschaft in der Rezession. Während der Euroraum, die USA und China wachsen, leidet die deutsche Wirtschaft besonders unter der US-Zollpolitik. Die Arbeitslosenzahl droht im Sommer auf drei Millionen zu steigen, heißt es in der neusten Konjunkturprognose des Instituts der deutschen Wirtschaft.
Der Euroraum wird nach der IW-Prognose in diesem Jahr um 0,8 Prozent wachsen. Für die USA erwarten die Ökonomen ein Wachstum von 1,3 Prozent, für China sogar von 4 Prozent. Die deutsche Wirtschaft leidet nach Angaben des IW besonders unter der US-Zollpolitik. Die globale Wirtschaftskraft würde ohne diese Politik in diesem Jahr um bis zu 0,8 Prozent höher ausfallen, teilte das Institut mit.
Die Industrie und das Baugewerbe befinden sich in einer besonders schwierigen Lage. Nach einem Rückgang der Wertschöpfung um 3 Prozent im Jahr 2024 werden die Industrieunternehmen auch in diesem Jahr weniger Wertschöpfung erreichen als im Vorjahr, prognostiziert das IW. Auch für 2025 erwartet das Institut weitere Rückgänge. Hohe Energiepreise, steigende Löhne und zahlreiche Regulierungen belasten die Unternehmen.
IW-Experte Grömling warnt vor steigender Arbeitslosigkeit
Die schwache Konjunktur wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus. Die Zahl der Erwerbstätigen sinkt seit Mitte 2024. Das IW rechnet damit, dass die Zahl der Arbeitslosen im Sommer auf drei Millionen steigen wird. Eine so hohe Arbeitslosenzahl gab es zuletzt im Jahr 2010. „Die deutsche Wirtschaft steht unter enormem Druck“, so Studienautor Michael Grömling:
Das IW sieht Möglichkeiten für eine Trendwende. Das Infrastruktursondervermögen könnte die Konjunktur ankurbeln, wenn die Planungsverfahren beschleunigt werden. Die neue Regierung hat zudem Entlastungen bei Steuern und Bürokratie angekündigt.
