Die Umweltorganisation Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat ein wachsendes Interesse deutscher Städte an einer Steuer auf Einweg-Takeaway-Verpackungen registriert. Nach einer aktuellen Umfrage der Organisation planen zehn Kommunen die Einführung einer solchen Steuer, während 64 weitere Städte eine Umsetzung prüfen.
Zu den Städten, die bereits konkrete Vorbereitungen für eine Verpackungssteuer treffen, zählen unter anderem Bonn, Bremen, Freiburg, Heidelberg und Köln. Weitere 53 Städte beraten nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe intern über eine mögliche Einführung, 17 zeigen grundsätzliches Interesse. Unter den Kommunen in der Prüfungsphase befinden sich zum Beispiel Chemnitz, Flensburg, Gelsenkirchen und Würzburg. Auch größere Städte wie Bielefeld, Dresden und Wolfsburg diskutieren in ihren Gremien über mögliche Maßnahmen.
DUH: Vermüllung deutlich zurückgegangen
Die bisherigen Erfahrungen mit der Verpackungssteuer in Tübingen und Konstanz zeigen laut DUH positive Effekte. In beiden Städten sei die Vermüllung des öffentlichen Raums deutlich zurückgegangen. Die Zahl der Betriebe, die sich Mehrwegsystemen wie Recup angeschlossen haben, stieg den Angaben zufolge in Konstanz um 60 Prozent, in Tübingen um 83 Prozent. In Tübingen überstiegen die Einnahmen aus der Steuer ,zudem die Verwaltungskosten um das Neunfache.
„144 Städte wollen nicht länger tatenlos zusehen, wie Einweg-Verpackungen den öffentlichen Raum und die Umwelt vermüllen“, erklärte Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe. Der Verbrauch von Einweg-Takeaway-Geschirr sei von 2022 auf 2023 um eine Milliarde auf mehr als 14 Milliarden Artikel angestiegen. Die Mehrwegquote liegt nach Angaben der Organisation derzeit bei einem Prozent.
