Immobilienkonzern-Insolvenz Signa-Gründer Benko bleibt in Untersuchungshaft

Das Wiener Landgericht hat einen Antrag auf Freilassung des Signa-Gründers René Benko abgelehnt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Unternehmer Betrug, Untreue und Bankrott vor. Benko soll Investorengelder in einem Karussellsystem als eigene Einlagen ausgegeben haben.

Dienstag, 08. April 2025, 09:36 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Seit Januar sitzt der Signa-Gründer in Untersuchungshaft. Ein Gericht sieht weiterhin Tatbegehungsgefahr. Die Ermittlungen im Zusammenhang mit der Signa-Insolvenz sind noch nicht abgeschlossen. Bildquelle: picture alliance/dpa

Der österreichische Unternehmer René Benko bleibt in Untersuchungshaft. Das Wiener Landgericht lehnte einen Antrag des Signa-Gründers auf Freilassung ab, wie das Gericht mitteilte. Es bestehe weiterhin dringender Tatverdacht sowie Tatbegehungsgefahr.

Auch in Deutschland laufen Ermittlungen

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft wirft dem 47-jährigen Benko Untreue, Betrug und Bankrott vor. Die Ermittler vermuten, dass er Investoren getäuscht hat. Er soll vorgegeben haben, dass eine Benko-Familienstiftung sich an einer Kapitalerhöhung der Signa beteiligen werde. Tatsächlich habe er das Geld der Investoren durch ein „Geldkarussell“ geschleust und als seinen eigenen Beitrag ausgegeben, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Die Ermittler werfen Benko zudem vor, Vermögenswerte vor Behörden, Gläubigern und Insolvenzverwaltern versteckt zu haben. Auch in Deutschland, Italien und Liechtenstein laufen Ermittlungen gegen den Unternehmer. Benkos Anwalt hat die Vorwürfe bislang zurückgewiesen.

Benko sitzt seit Januar in Untersuchungshaft. Er hatte in Zeiten niedriger Zinsen ein verschachteltes Firmennetzwerk aufgebaut. Zu seinen Investments gehörten die Galeria-Warenhausgruppe, das Luxuskaufhaus KaDeWe und das Hamburger Elbtower-Projekt. Die Signa-Gruppe geriet durch steigende Zinsen, Energiepreise und Baukosten sowie konzerninterne Probleme in die Insolvenz.

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