Anzeige

HDE Erwartet lange Durststrecke

Lebensmittel Praxis | 16. Juli 2020
HDE: Erwartet lange Durststrecke
Bildquelle: Aldi Süd

Die Verbraucher im Krisenmodus, Unternehmen in Existenznot: Der Handelsverband Deutschland (HDE) malt ein düsteres Bild der Lage in den deutschen Fußgängerzonen. Und eine rasche Wende scheint nicht in Sicht.

Anzeige

Der Einzelhandel in Deutschland rechnet angesichts der Corona-Krise mit einer langen Durststrecke. Voraussichtlich werde erst 2022 wieder das Umsatzniveau des Vorkrisenjahres 2019 erreicht, prognostizierte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth. „Der Einzelhandel wird sich erholen, aber es wird eine langsame Erholung sein, nicht das schnelle Aufleben des Konsums.“

Genth malte ein düsteres Bild der aktuellen Lage in den deutschen Fußgängerzonen und Shopping-Centern. Die Verbraucher seien im Krisenmodus: Die Sparquote steige, der private Konsum breche weg. Viele Verbraucher hätten angesichts der drohenden Rezession ihr Einkaufsverhalten grundlegend verändert. 2020 werde voraussichtlich „das Jahr mit dem stärksten Wirtschaftsrückgang in der Geschichte des Einzelhandels seit dem Zweiten Weltkrieg“.

Rund 80 Prozent der Händler im Nicht-Lebensmittel-Bereich litten nach wie vor unter erheblichen Umsatzrückgängen, sage Genth. Der Verband rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatzminus von 40 Milliarden Euro in diesem Bereich. Rund 50.000 Geschäfte seien durch die Krise in ihrer Existenz bedroht. Bereits im Herbst könne es zu einem spürbaren Anstieg der Insolvenzzahlen kommen, sagte Genth.

Nach wie vor ist laut HDE im Handel allerdings eine Zweiteilung zu beobachten. Während Modehändler, Schuhgeschäfte und andere innenstadttypische Anbieter massiv unter den coronabedingten Ladenschließungen litten und auch nach der Wiedereröffnung der Geschäfte noch immer die Kaufzurückhaltung der Bundesbürger zu spüren bekommen, nahmen die Umsätze im Lebensmittelhandel und im E-Commerce seit Krisenbeginn deutlich zu.