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Neue Bezahlregeln Kleine Online-Händler fürchten Kaufabbrüche

Lebensmittel Praxis | 15. August 2019
Neue Bezahlregeln: Kleine Online-Händler fürchten Kaufabbrüche
Bildquelle: Getty Images

Der Einzelhandel fürchtet angesichts neuer Sicherheitsregeln fürs Bezahlen im Internet um die Zukunft kleiner Online-Händler. Ab 14. September genügen die Nummer der Kreditkarte, deren Ablaufdatum und der dreistellige Prüfcode nicht mehr für Käufe im Netz. Ein zusätzliches Element ist aus Sicherheitsgründen erforderlich.

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„Die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist deutlich komplizierter, die wenigsten Verbraucher kennen sie. Der Handel muss sie den Kunden erklären, weil die Banken diese Aufgabe teilweise nur unbefriedigend erfüllen“, kritisierte Ulrich Binnebößel vom Handelsverband Deutschland (HDE). Vor allem kleine Online-Händler könnten unter Druck geraten, wenn Kunden genervt abwanderten, falls ab 14. September das Bezahlen per Kreditkarte im Netz nicht reibungslos funktioniere. „Dadurch könnten große Online-Plattformen ihre Position weiter ausbauen“, warnte Binnebößel. Nach einer Umfrage des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI fürchten generell 82 Prozent der Online-Händler wegen der erhöhten Komplexität mehr Kaufabbrüche.

Der HDE fordert eine einheitliche Übergangszeit von 18 Monaten in der Europäischen Union. Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) spricht sich ebenfalls für eine Übergangszeit von mindestens 18 Monaten aus. „Ein Monat vor dem Stichtag, scheitert die Umsetzung der starken Kundenauthentifizierung an technischen Problemen auf Bankenseite“, kritisiert der Verband. Eine EU-weite Verschiebung gilt aktuell jedoch als wenig wahrscheinlich.

Die Deutsche Kreditwirtschaft sieht dagegen vor allem den Handel am Zug. Banken und Sparkassen hätten ihre Vorbereitungen zur Umsetzung der Vorgaben frühzeitig angestoßen und nahezu abgeschlossen. „Wichtig ist allerdings, dass auch die Händler mit Online-Geschäft ihrerseits ihre Vorbereitungen fristgerecht treffen“, erklärt die Interessenvertretung der Spitzenverbände von Banken und Sparkassen. Der Online-Händler entscheide darüber, ob das System unterstützt werde. „Das ist momentan noch nicht in ausreichendem Maße der Fall.“