Süßwaren Inszenierung für das Abschluss-Quartal läuft - Halloren, Wrigley, Genuport, Ültje

Ein weitgehend positiv verlaufenes 1. Halbjahr nährt unter den Süßwarenherstellern die Zuversicht auf einen guten Jahresabschluss. Moderate Preiserhöhungen sind in Sicht.

Montag, 16. September 2013 - Süßwaren
Dieter Druck
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Bildquelle: Mugrauer

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Auch Klaus Lellé, Vorstandsvorsitzender der Halloren Schokoladenfabrik AG, verweist auf die Notwendigkeit intelligenter Verkaufsförderung. Aufgrund der abnehmenden Zahl von Kaufakten sei dies für Süßwaren essenziell. „Der Promotionanteil ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Aber das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Deshalb haben wir in unserer Strategie verankert, als mittelständischer Hersteller nicht nur innovativ mit neuen Produkten am Markt zu agieren, sondern für den Verbraucher ständig neue Impulse zu setzen über limitierte Editionen, saisonalisierte Jahresartikel und zielgruppengerechte Verpackungsgrößen.“

Dass Halloren schnell und flexibel auf den Markt reagiere, sei u. a. am frühzeitigen Einstieg beim Thema „Snacking“ zu erkennen. Der Erfolg mit den ersten Produkten innerhalb der Produktrange Choc n’ Snack (Weizenpops und Waffelcrunch) soll mit den Neuerscheinungen Cornflacs & Cranberrie, Waffel & Nougat Haselnuss, Mandel sowie Brezel fortgesetzt werden.

Impulse durch Produktinszenierung ist ein weiterführender Aspekt, dem sich u. a. Wrigley besonders widmet. „Als Kassenzonenexperte sehen wir einen Trend zur Individualisierung am PoS. Die Kassenzone ist dabei besonders wichtig: „Denn zum einen ist sie sehr profitabel – hier lassen sich auf nur 1 Prozent der Ladenfläche bis zu 6 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaften. Zum anderen bietet sie die Möglichkeit, den Konsumenten nach dem Einkauf mit einem guten Gefühl nach Hause zu schicken, was wiederum der Kundenzufriedenheit und -bindung zugutekommt“, heißt es in Unterhaching.

Dabei spiele die Entwicklung neuer, flexibler Regalsysteme eine große Rolle, zum Beispiel auch mit dem Einsatz von Licht. Ins Rollen gekommen sei das Thema 2010, als Valora Retail Deutschland auf der Suche nach einem neuen Kassenkonzept war. „Unsere Idee, erstmals für Impulsartikel Licht an der Kasse einzusetzen, kam sehr gut an. Gleich mehrere Filialen erhielten illuminierte Regalsysteme. Eine unabhängige Studie in 51 Testmärkten bestätigte den Erfolg. Demnach beeinflusst Licht die Wahrnehmung in der Kassenzone positiv. Die dort angebotenen Produkte fallen eher auf und Shopper beschäftigen sich stärker damit, was wiederum den Kaufabschluss fördert.

Dr. Lebens von Genuport verweist gleichzeitig auf die Gefahr einer Reizüberflutung. Oft werde nach dem Motto „Auffallen um jeden Preis“ gehandelt. „Aber insbesondere der Einsatz von Bewegtbildmaterial ist meiner Meinung nach zwar aufmerksamkeitserregend, aber nicht unbedingt ausschlaggebend für eine Kaufentscheidung.“

Vergleichbar ist die Argumentation von Lars Wagener: „Süßgebäck ist vor allem Impulskauf. Dieser muss auch durch attraktive Zweitplatzierungen ausgelöst werden. Es sind hier jedoch auch verständliche Grenzen gesetzt. Laute Musik, permanente sich wiederholende Beschallung durch Medien oder blinkende Leuchten sind nicht unbedingt der richtige Weg.“

Weniger laut, aber mit stetigen Impulsen aus einem Mix von Aktionsprodukten und Überfüllungsaktionen heraus, bewegt sich Ültje erfolgreich im Markt. Besonders hervorgehoben wird der Launch der „Ofengebackenen Erdnüsse, gesalzen“. „Positive Handels- und Verbraucherresonanz sowie die Abverkäufe dokumentieren, dass dies Ültjes wichtigstes Neuprodukt ist“, heißt es in Schwerte.

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