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Convenience Im Veggie Hype

Thomas Klaus | 05. Oktober 2017
Convenience: Im Veggie Hype

Bildquelle: gettyimages

Der Umsatz mit Convenience-Food im Lebensmittel-Einzelhandel wächst weiter kontinuierlich. Hinzu kommt, dass die Warengruppein fast allen Segmenten gewinnt: Vor allem aber ist Abwechslung in diesem Segment nach wie vor Trumpf.

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Wenn es einen Begriff gibt , der sich zurzeit wie ein roter Faden durch den Food-Markt zieht, dann ist das wohl „Chilled Food“. Gegenüber der Lebensmittel Praxis bestätigt ein Experte des Marktforschers Nielsen: „Wir haben es hier mit einer Warengruppe zu tun, die kontinuierlich über nahezu alle Segmente wächst.“ Von August 2014 bis Juli 2015, jeweils bis zur 31 Kalenderwoche, wurden in LEH und in Drogeriemärkten noch 1,009 Mrd. Euro mit Chilled Food umgesetzt. Von August 2015 bis Juli 2016 waren es bereits 1,103 Mrd. Euro. Und nach den jüngsten Nielsen-Zahlen wurden von etwa August 2016 bis Juli 2017 insgesamt 1,140 Mrd. Euro erreicht.

Pizza ist der negative Ausreisser
Größtes Segment sind Teilfertiggerichte auf Fleischbasis mit ebenfalls kontinuierlichen Zuwachsraten beim Umsatz. Diese liegen inzwischen bei 521 Mio. Euro; bei der voran gegangenen Berechnung waren es erst 507 Mio. Euro. Negativer Ausreißer in der Nielsen-Statistik war der Bereich Pizza. Hier wurden 20,5 Prozent weniger Umsatz generiert als im Vorjahr. Flammkuchen hatten ein Minus von immerhin 10,5 Prozent zu verschmerzen. Ebenfalls ins Auge stechen die Teilfertiggerichte auf Gemüsebasis, deren Plus sich auf stattliche 45,6 Prozent beläuft. Mit ihnen wurden aktuell 18,2 Mio. Euro umgesetzt (Vorjahr: 12,8 Mio. Euro). Die Bedeutung von Chilled Food im Discount steigt nach Nielsen-Angaben. Von August 2014 bis Juli 2015 wurden bei allen Discountern 597 Mio. Euro im Segment umgesetzt. 2016 waren es im gleichen Zeitraum 660 Mio. Euro und 2017 in diesem Zeitraum 708 Mio. Euro. Nicht nur bei Nielsen steht Chilled Food im Rampenlicht, sondern auch auf Hersteller-Seite. Dem stimmt zum Beispiel Marketingleiter Oliver Frielingsdorf vom Unternehmen Steinhaus zu. „Immer mehr Zwischenmahlzeiten und Snacks finden sich in der Warengruppe Chilled Food, passend zur Attraktivität von mobilem Essen und Snacken.“ Frielingsdorf erkennt bei Chilled Food „noch viel Potenzial für künftige Produktkonzepte“. Während der Hersteller Steinhaus über seine Produktneuheiten erst im Oktober auf der Anuga mehr verraten möchte, macht Bürger-Marketingleiter Boris Bauer schon im Vorfeld der Fachmesse auf Produkte und Neuheiten aus dem Sortiment seines Unternehmens aufmerksam. Auch bei dem Marktführer für Original Schwäbische Maultaschen wird beobachtet: „Convenience und Frische müssen nicht als Gegensatz wahrgenommen werden. Bisher setzte sich das Bürger-Sortiment allerdings vor allem aus klassisch gerollten Maultaschen, Fleischtaschen und vegetarischen Frischkäse-Spinat-Maultaschen zusammen (Kasten unten).

Bei den aktuellen Convenience-Angeboten der Hersteller spiegelt sich auch das Wachstum im Veggie-Markt wider. Ein Ende dieses Vorwärtskurses ist nicht in Sicht – obwohl das Plus nicht so markant ausfällt wie von manchen Marktbeobachtern ursprünglich voraus gesagt.

Vom Trendthema „Vegetarisch und vegan“ profitiert zum Beispiel das Unternehmen Popp Feinkost kräftig. „Wir erleben unter anderem bei allen vegetarischen Feinkostsalaten und Brotaufstrichen steigende Umsätze“, freut sich Marketingleiter Alexander Schmolling. Gemüse mache zurzeit eine besonders gute Figur, ergänzt Schmolling. Neben Aufstrichen auf Gemüsebasis, sprich: Hummus und Gemüsecremes, setzt Popp große Stücke auf Süßkartoffeln. „Der Import der Süßkartoffel nach Europa hat sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt“, begründet Schmolling. Er meint: „Die Zeit war reif, den Food-Hype mit neuen Convenience-Zubereitungen zu bedienen.“ Popp Feinkost tat das im September mit den Süßkartoffel-Baked Potatoes mit Kräuterquark-Topping und dem Süßkartoffelgratin aus Süßkartoffeln, Kartoffeln und Pastinaken; geschmacklich wird es mit einer fein gewürzten Käse-Sahne-Soße abgerundet.