Das Hamburger Unternehmen Micro Harvest will im Chemiepark Leuna eine Pilotanlage errichten, die jährlich 15.000 Tonnen Protein aus Biomasse herstellen soll. Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben einen zweistelligen Millionenbetrag und plant, 25 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Der Produktionsstart ist für die erste Jahreshälfte 2028 vorgesehen.
Es handele sich um die europaweit erste Anlage, die im industriellen Maßstab aus Agrar-Nebenprodukten innerhalb von 24 Stunden hochwertiges Protein gewinne, teilten die beteiligten Unternehmen mit. Das Eiweiß entsteht den Angaben zufolge durch Fermentation: Mikroorganismen verarbeiten dabei Melasse, ein Nebenprodukt der Zuckerproduktion, das in der Region um Leuna in großen Mengen anfällt.
Auf dem Gelände im Chemiepark sollen auf einer Gesamtfläche von 5.800 Quadratmetern neben der eigentlichen Produktionsinfrastruktur auch Trocknungs- und Verpackungsanlagen sowie Labore und Büros entstehen.
Hintergrund des Vorhabens ist laut der Mitteilung der hohe Eiweißbedarf in der EU, der zum größten Teil durch Importe gedeckt wird – etwa von Soja. Die beteiligten Unternehmen rechnen für die Zukunft mit einem wachsenden weltweiten Marktvolumen für alternative Proteinquellen.