Niedersachsen Neues Forschungsprojekt für Stabilität in Krisenzeiten

Wie gelingt es, dass die Wertschöpfungsketten der Agrar- und Ernährungswirtschaft auch in Krisenzeiten stabil sind und handlungsfähig bleiben? Mit dieser Frage beschäftigt sich das jetzt gestartete Forschungs- und Transferprojekt „AgriSecure – Vorsorgeorientierte Stärkung der Ernährungssicherheit in Niedersachsen“. Niedersachsens Ernährungsministerin Miriam Staudte (Grüne; Foto) stellte es vor.

Mittwoch, 15. Juli 2026, 13:33 Uhr
Thomas Klaus
Anfälligkei der Wertschöpfungsketten: Ministerin Miriam Staudte hob diese zum Projektstart hervor. Bildquelle: Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Das jetzt gestartete Forschungs- und Transferprojekt „AgriSecure – Vorsorgeorientierte Stärkung der Ernährungssicherheit in Niedersachsen“ befasst sich mit der Frage, wie die Wertschöpfungsketten der Agrar- und Ernährungswirtschaft auch in Krisenzeiten stabil gehalten und handlungsfähig bleiben können. Umgesetzt wird es unter Leitung des Verbunds Transformationsforschung agrar Niedersachsen (trafo:agrar) an der Universität Vechta. Das Projekt wird vom Land Niedersachsen mit 1,5 Millionen Euro unterstützt.

Anfälligkeit vor Augen geführt

Niedersachsens Ernährungsministerin Miriam Staudte stellte das Projekt vor und sagte bei dieser Gelegenheit: „Globale Krisen wie die COVID-19-Pandemie und der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine haben uns eindrücklich vor Augen geführt, wie anfällig Wertschöpfungsketten sein können, wenn sie unter Druck stehen. Deshalb ist es wichtig, bereits vor einer Krise anzusetzen, die bestehenden Strukturen zu analysieren und Vorschläge für Verbesserungen zu erarbeiten. Genau das ist der Auftrag des Projekts AgriSecure.“

Barbara Grabkowsky, Leiterin von trafo:agrar, fügte hinzu: „Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer praxisorientierten Konzeption zur Stärkung der Ernährungssicherheit in Niedersachsen. Gemeinsam mit Wirtschafts- und Sozialpartnern analysiert das Projekt zentrale Wertschöpfungsketten der Agrar- und Ernährungswirtschaft, identifiziert kritische Abhängigkeiten und Schwachstellen und entwickelt darauf aufbauend konkrete Handlungsempfehlungen zur Stärkung resilienter Versorgungssysteme.“

Funktionsfähigkeit des Lebensmittelmarktes unterstützen

Im Projekt AgriSecure sollen wissenschaftlich fundierte und praxisorientierte Handlungsoptionen zur vorsorgenden Stärkung der Ernährungssicherheit in Niedersachsen entwickelt werden. Auf diese Weise wird die Funktionsfähigkeit des Lebensmittelmarktes – insbesondere der Lebensmittelerzeugung und des Vertriebs – im Krisenfall unterstützt. Im Fokus stehen Strukturen der Wertschöpfungsketten und die enge Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschafts-, Verwaltungs- und Sozialpartnern. Dabei werden die wichtigsten Wertschöpfungsketten – wie Milch, Fleisch, Obst/Gemüse, Getreide, Kartoffeln – genauso in den Blick genommen wie die Energieversorgung und Energieautarkie. Ziel ist es, diese Wertschöpfungsketten bereits vor Eintritt von Krisen stabiler und anpassungsfähiger zu gestalten – und so „Vorsorge-Blaupausen“ für Niedersachsen zu entwickeln.

Projektlaufzeit bis Dezember 2027

Das Projekt AgriSecure hat eine Laufzeit bis Dezember 2027. Projektpartner sind trafo:agrar (c/o Universität Vechta), die Universität Göttingen, die Hochschule Osnabrück, das Agrar- und Ernährungsforum Nord-West sowie weitere Praxis-, Sozial-, Wirtschafts- und Netzwerkpartner. Dabei werden bestehende Netzwerke – wie das „KRITIS“-Netzwerk berücksichtigt und gegebenenfalls miteingebunden. KRITIS sind Einrichtungen und Anlagen, die für die Daseinsvorsorge sowie für die Funktionsfähigkeit des Landes und für die Bürgerinnen und Bürger von elementarer Bedeutung sind.

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