ANG-Beschäftigtenbericht Beschäftigung in Ernährungsindustrie zeigt sich stabil

Die Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss (ANG) hat ihren aktuellen Beschäftigtenbericht vorgelegt. Hauptgeschäftsführerin Kim Cheng (Foto) mahnte bei dieser Gelegenheit dringend politische Reformen an.

Mittwoch, 03. Juni 2026, 12:43 Uhr
Thomas Klaus
Engagierte Interessenvertreterin: Kim Cheng ist Hauptgeschäftsführerin der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss (ANG). Bildquelle: BVE

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie ist nach der aktuellen Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) zum Stichtag 30. September 2025 im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen (plus 0,5 Prozent). Das geht aus dem jüngsten ANG-Beschäftigtenbericht hervor.

Positive Entwicklung bei der Zahl der Auszubildenden

Neben den branchentypischen kaufmännischen und technischen Berufen sind mehr als ein Drittel der Beschäftigten in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie in ernährungsspezifischen Berufen tätig. Auch in diesen branchenspezifischen Berufen nahm die Beschäftigung wieder zu. So stieg die Zahl der Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,8 Prozent.

Die positive Entwicklung der vorangegangenen Quartale setzt sich bei der Zahl der Auszubildenden in der Ernährungs- und Genussmittelindustrie fort. So waren am 30. September 2025 insgesamt 27.946 Auszubildende in der Branche beschäftigt. Dies entspricht einem Zuwachs von 6,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch in den ernährungstypischen Berufen ist ein Anstieg der Auszubildendenzahlen um 5,9 Prozent zu beobachten.

Zahl offener Stellen sank im Vorjahresvergleich deutlich

Der Fachkräftemangel stellt die Unternehmen der Nahrungs- und Genussmittelindustrie weiterhin vor große Herausforderungen. So gestaltet sich die Besetzung offener Stellen für die Unternehmen der Branche nach wie vor schwierig. Die Vakanzzeit sank im März 2026 auf 224 Tage. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies jedoch einem Anstieg von 0,4 Prozent. In Arbeitstagen ausgedrückt müssen Unternehmen im Durchschnitt rund ein Jahr einplanen, um eine offene Stelle zu besetzen. Dies wirkt sich auch negativ auf die Schaffung neuer Stellen aus. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der offenen Stellen um 12,1 Prozent.

Die aktuellen Beschäftigungszahlen zeigen nach Auffassung von Kim Cheng, dass sich die Ernährungs- und Genussmittelindustrie trotz schwieriger Rahmenbedingungen stabil entwickelt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sei leicht gestiegen; auch in den ernährungsspezifischen Berufen zeige sich ein moderater Zuwachs.

Cheng: Ernährungs- und Genussmittelindustrie bleibt verlässlicher Arbeitgeber

Kim Cheng appellierte an die Politik: „Unsere Betriebe halten die Beschäftigung stabil und investieren massiv in die Ausbildung, aber diese soziale Verantwortung funktioniert nicht als Einbahnstraße.  Wir erwarten von der Politik jetzt endlich die angekündigten Reformen in der Arbeits- und Sozialpolitik, die den Faktor Arbeit wieder bezahlbar machen. Wenn bei den ausufernden Arbeitskosten und der lähmenden Bürokratie nicht endlich umgesteuert wird, fährt die Politik die Wettbewerbsfähigkeit unserer Branche sehenden Auges gegen die Wand.“ Wer Beschäftigung langfristig sichern wolle, müsse Unternehmen spürbar entlasten und den Arbeitsmarkt flexibler aufstellen.

Die Ernährungs- und Genussmittelindustrie bleibe ein verlässlicher Arbeitgeber, so die ANG-Hauptgeschäftsführerin. Damit dies von Dauer sei, brauch es eine Arbeitsmarkt- und Standortpolitik, die die Besonderheiten mittelständisch geprägter Branchen berücksichtige.

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