Konsumgüterkonjunktur Kosmetik- und Waschmittelbranche verliert an Schwung

Die deutsche Kosmetik- und Waschmittelbranche ist im ersten Quartal 2026 nur noch um 1,4 Prozent gewachsen. Hinter dem moderaten Plus verbergen sich extreme Unterschiede: Während der Bereich Hand- und Körperpflege um 12 Prozent zulegte, brach der Umsatz mit Feinwaschmitteln um 24 Prozent ein. IKW-Geschäftsführer Thomas Keiser warnt, die Resilienz der Branche sei „kein Garantieschein“.

Mittwoch, 03. Juni 2026, 09:50 Uhr
Theresa Kalmer
Die Schönheitspflege stützte das Wachstum der Kosmetik- und Waschmittelbranche im ersten Quartal 2026. Besonders gefragt waren Produkte für Hand- und Körperpflege. Bildquelle: Getty Images

Die deutsche Kosmetik- und Waschmittelbranche ist im ersten Quartal 2026 nur noch moderat gewachsen. Der Gesamtumsatz lag bei 9,4 Milliarden Euro – ein Plus von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) mitteilte. Damit verliert die Branche an Schwung.

Hinter dem leichten Wachstum verbirgt sich ein uneinheitliches Bild. Im Inland legte die Schönheitspflege um 2,2 Prozent zu und stützte damit den Gesamtumsatz. Die Haushaltspflege hingegen gab um 0,5 Prozent nach. Besonders auffällig sind die Unterschiede in einzelnen Produktgruppen: Während Hand- und Körperpflege laut dem Verband um 12 Prozent wuchs, brach der Umsatz mit Feinwaschmitteln um 24 Prozent ein. Auch innerhalb der Segmente zeigten sich Gegensätze – Weichspüler legten um 5 Prozent zu, Gesichtspflege verlor 10 Prozent.

IKW Umsatzzahlen Q1 2026

Im Export drehte die Entwicklung nach einem Rückgang von 5,1 Prozent im Vorjahreszeitraum wieder ins Plus – allerdings nur in der Schönheitspflege, die um 2,2 Prozent zulegte. Die Haushaltspflege gab den Angaben zufolge auch im Auslandsgeschäft nach, und zwar um 1,3 Prozent. Zu den Gewinnern im Export zählten Deos mit einem Plus von 11 Prozent, Düfte mit 10 Prozent und Lippenstifte mit 9 Prozent. Deutliche Rückgänge verzeichneten dagegen Schuhpflege (minus 20 Prozent) und Möbelpflege (minus 19 Prozent). Vom Vorkrisenniveau sei der Export insgesamt noch deutlich entfernt, so der Verband.

IKW-Chef Keiser fordert weniger Bürokratie

IKW-Geschäftsführer Thomas Keiser verwies auf die wachsenden Belastungen für die Branche. „Unsere Branche hat viele Krisen abgefedert – das war kein Zufall, sondern das Ergebnis von Innovation, Qualität und der hohen Alltagsrelevanz unserer Produkte“, zitierte ihn der Verband in der Mitteilung. Resilienz sei jedoch „kein Garantieschein“. Keiser forderte die Politik auf, die Branche zu entlasten, statt weitere Bürokratie aufzubauen.

Der IKW vertritt nach eigenen Angaben mehr als 470 Unternehmen aus den Bereichen Schönheits- und Haushaltspflege. Die Branche erzielt demnach einen Jahresumsatz von über 35,6 Milliarden Euro und beschäftigt rund 178.000 Menschen in Produktion und Vertrieb. Die Mitgliedsunternehmen decken etwa 95 Prozent des Marktes ab. Die Inlandszahlen für das erste Quartal basieren laut dem Verband auf dem YouGov Consumer Panel sowie eigenen Erhebungen, die Exportdaten auf Zahlen des Statistischen Bundesamts.

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