Der Schokoladenhersteller Ritter hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust erwirtschaftet. Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz zwar von 605 Millionen Euro im Vorjahr um 17,7 Prozent auf 712 Millionen Euro, das Betriebsergebnis fiel jedoch negativ aus. Das teilte Ritter mit, ohne die Höhe des Verlusts zu beziffern.
Als Grund für die roten Zahlen nannte das Unternehmen massive Kostensteigerungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. „In den letzten Jahren sind insbesondere die Preise für Kakao, Energie, Logistik und Verpackung deutlich gestiegen“, zitierte das Unternehmen den Vorstandschef Andreas Ronken in der Mitteilung. „Diese Kosteninflation wirkt sich zeitverzögert und mit voller Wucht auf das Ergebnis aus.“
Ritter habe seine Abgabepreise zwar erhöht, die gestiegenen Kosten aber nur teilweise an den Handel weitergeben können. „Gerade der deutsche Schokoladenmarkt ist extrem preissensibel, was zu Absatzverlusten geführt hat“, erklärte Ronken den Angaben zufolge. Das Umsatzwachstum sei daher kein Ausdruck steigender Profitabilität, sondern Ergebnis höherer Verkaufspreise bei gleichzeitig rückläufigen Mengen.
Ritter will Kostenstrukturen vereinfachen
Das Unternehmen arbeite nun daran, seine Kostenstrukturen zu vereinfachen, Komplexität zu reduzieren und Investitionen stärker zu priorisieren, teilte Ritter mit. Gleichzeitig wolle das Unternehmen Qualität, Nachhaltigkeit und langfristige Partnerschaften mit dem Handel sowie mit Lieferanten sichern.
Das 1912 gegründete Familienunternehmen mit Hauptsitz in Waldenbuch beschäftigt nach eigenen Angaben rund 1.900 Mitarbeiter. Ritter betreibt einen zweiten Produktionsstandort in Österreich und verkauft seine Schokolade in über 100 Ländern weltweit.