Die Geflügelwirtschaft erwartet trotz der aktuellen Vogelgrippe-Welle keine deutlichen Preisanstiege bei Geflügelprodukten. „Wir müssen einfach nur in den nächsten Tagen und Wochen abwarten, wie sich dieser Pestzug durch Deutschland, aber auch durch Europa entwickelt“, teilte der Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft, Hans-Peter Goldnick, mit.
Die Vogelgrippe breitet sich derzeit ungewöhnlich früh und mit besonderer Dynamik in Deutschland aus. Etwa 30 gewerbliche Geflügelhalter mussten ihre Bestände bereits töten, wie das Friedrich-Loeffler-Institut in Greifswald mitteilte. „Der Vogelzug ist im vollen Gange und der Virusdruck durch infizierte Wildvögel und deren Ausscheidungen sehr hoch“, erklärte Instituts-Präsidentin Christa Kühn.
Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft fordert nun eine bundesweite Stallpflicht für Geflügel. „Das ist eine der wichtigsten Maßnahmen, die die Politik treffen kann“, betonte Goldnick. Eine solche Stallpflicht verpflichtet Halter, ihr Geflügel in geschlossenen Ställen zu halten, um die Ausbreitung der Tierseuche einzudämmen.
Die Versorgung mit Geflügelprodukten sieht der Verband nicht gefährdet. „Dann gibt es auch zu Weihnachten und überhaupt genügend Fleisch, Geflügelfleisch und genügend Eier“, teilte Goldnick mit. Bei Gänsen stammen nach Verbandsangaben ohnehin 80 Prozent der in Deutschland verzehrten Tiere aus Ungarn und Polen.
