Neue EU-Bio-Verordnung Fairtrade warnt vor Gefährdung von Kleinbauern-Existenzen

Die neue EU-Bio-Verordnung stellt Kleinbauern in Entwicklungsländern vor massive finanzielle Herausforderungen. Viele Produzenten könnten ihre Bio-Zertifizierung aufgeben. Bei Bananen, Kaffee und Kakao drohen Lieferengpässe.

Dienstag, 14. Oktober 2025, 12:05 Uhr
Manuel Glasfort
Kleinbauern in Entwicklungsländern wie dieser Kakaofarmer könnten durch neue EU-Bio-Vorgaben in Schwierigkeiten geraten, fürchtet Fairtrade Deutschland. Bildquelle: Fairtrade/Dennis Nipah

Der Fairtrade-Verband warnt vor den Folgen der neuen EU-Bio-Verordnung für Kleinbauern in Entwicklungsländern. Die Umsetzung der Verordnung, die am 15. Oktober in Kraft tritt, werde viele Produzenten vor große Herausforderungen stellen, teilte Fairtrade Deutschland mit.

„Die Umsetzung ist mit enormen Kosten verbunden. Diese können viele Kleinbauernfamilien nicht alleine tragen. Die Folge werden Ausstiege aus der Bio-Zertifizierung sein“, erklärte Claudia Brück, Vorständin für Politik und Kommunikation bei Fairtrade Deutschland. Die Verordnung sieht unter anderem eine strengere Rückverfolgbarkeit von Bio-Produkten vor.

Die neuen Vorgaben zwingen viele Kooperativen zu Umstrukturierungen und Neuzertifizierungen. „Die Vorgaben sind so gestaltet, dass sie Interpretationsspielraum lassen – das macht die Umsetzung besonders schwierig“, berichtete Lorena Perdomo Romero von der honduranischen Kaffeekooperative Cafescor. Für Bananen, Kaffee und Kakao seien Lieferengpässe wahrscheinlich, teilte der Verband mit. Einige Unternehmen hätten bereits vorsorglich größere Warenmengen als üblich bestellt.

Der Verband kritisiert die Verordnung als praxisfern. Die hohen Rohstoffpreise für Kaffee und Kakao könnten Produzenten dazu bewegen, auf das Bio-Siegel zu verzichten. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen wuchs der Absatz von Fairtrade-Produkten im ersten Halbjahr 2025 um 6 Prozent. Besonders stark legten Bananen mit einem Plus von 10 Prozent und Kaffee mit einem Zuwachs von knapp 7 Prozent zu. Der Anteil der Produkte mit zusätzlichem EU-Bio-Siegel stieg auf 63 Prozent.

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