Ökolandbau-Verband Naturland-Chef sieht Gemeinnützigkeit nicht mehr gefährdet

Der neue Naturland-Präsident Eberhard Räder (Foto) sieht die Gemeinnützigkeit des Ökolandbau-Verbandes nicht mehr als gefährdet an. Das hat er gegenüber der Lebensmittel Praxis versichert. Grund sei die absehbare Einigung mit dem ehemaligen Geschäftsführer Steffen Reese.

Freitag, 19. September 2025, 12:09 Uhr
Thomas Klaus
Seit September im Amt: Eberhard Räder wurde auf einer außerordentlichen Delegiertenversammlung zum neuen Präsidenten gewählt. Bildquelle: Naturland

Naturland-Präsident Eberhard Räder gibt in Sachen „Gemeinnützigkeit“ Entwarnung. Die Gefahr sei „gebannt“, so der Präsident wörtlich gegenüber der LP.

Räder Einigung relativ zeitnah möglich

Hintergrund ist die Krise bei Naturland. Sie wurde dadurch ausgelöst, dass der langjährige Geschäftsführer Steffen Reese von ehrenamtlichen Mitgliedern des seinerzeitigen Präsidiums neben einer Gehaltserhöhung von 16 Prozent einen Vertrag auf Lebenszeit zugebilligt bekommen hatte, der mit einer hohen Abfindungsregelung verknüpft war. Reese ist inzwischen kein Geschäftsführer mehr und hat den Verband verlassen.  

Räder versichert: „Das neue Präsidium ist bereits in guten Gesprächen mit dem ehemaligen Geschäftsführer. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir relativ zeitnah eine gütliche und gerichtlich abgesicherte Einigung erreichen werden.“ Eine Abfindung in der Höhe, wie sie zuletzt in den Medien zu lesen gewesen sei, werde es dabei nicht geben. Der Präsident: „Ungeachtet des fehlerhaften Vertrags hat unser ehemaliger Geschäftsführer solche Forderungen auch nie erhoben.“

 Kein finanzieller Schaden für Naturland entstanden

Räder fügt hinzu: „Die Gefahr für die Gemeinnützigkeit wäre durch Zahlung einer überhöhten Abfindung entstanden. Durch die Einigung wird es dazu nicht kommen.“

Eberhard Räder räumte erneut ein: „Bei der Anpassung des Geschäftsführervertrags sind Fehler passiert, die nicht hätten passieren dürfen. Die dafür Verantwortlichen sind nicht mehr im Amt und es ist kein f inanzieller Schaden für Naturland entstanden.“

Räder: Interessen tierhaltender Betriebe besonderes Anliegen

Räder nahm auch zu Gerüchten Stellungy, wonach er von Schweinehaltung auf vegane Landwirtschaft umstellen wolle. Das sei nicht zutreffend. Allerdings: „Was mein Sohn machen wird, wenn er den Hof mal übernimmt, ist eine andere Frage – wie immer bei Hofübergaben. Als ich mit 22 Jahren den Betrieb übernommen habe, hat mir mein Vater nicht reingeredet. So werde ich es auch mit meinem Sohn halten.“

Generell gelte: „Die Tierhaltung gehört zum Öko-Landbau und die Interessen unserer tierhaltenden Betriebe zu vertreten ist mir gerade in dieser Zeit, in der die Tierhaltung von verschiedenen Seiten unter Druck gerät, ein besonders wichtiges Anliegen.“ 

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