Der Öko-Verband Naturland hat nach internen Konflikten ein neues Präsidium gewählt. Die Delegierten bestimmten auf einer außerordentlichen Versammlung in Fürstenfeldbruck den Bio-Ackerbauer Eberhard Räder zum neuen Präsidenten. Räder erhielt 39 von 41 abgegebenen Stimmen, wie Naturland mitteilte.
Räder: Verloren gegangenes Vertrauen wiederherstellen
Der Landwirt aus dem bayerischen Bastheim, der bereits von 2017 bis 2021 dem Präsidium angehört hatte, folgt auf Hubert Heigl. Dieser hatte nicht erneut kandidiert. Dem neuen Präsidium gehören außerdem Moritz Reimer aus Niedersachsen als Vizepräsident sowie Udo Rumpel aus Bayern, Isabell von Oertzen aus Tansania, Zeno Piatti-Fünfkirchen aus Österreich und Jörg Hansen aus Schleswig-Holstein an.
„Die vergangenen Monate waren geprägt von massiven Konflikten innerhalb des Präsidiums, die eine sachliche und konstruktive Zusammenarbeit zunehmend unmöglich machten“, erklärte Räder nach seiner Wahl. Das neue Präsidium wolle nun verloren gegangenes Vertrauen wiederherstellen und eine neue Geschäftsführung finden.
Erst im Juni hatte Naturland sein Präsidium neu aufgestellt. Damals war der bisherige Präsident Hubert Heigl für weitere vier Jahre im Amt bestätigt worden.
Naturland verhandelt mit Ex-Geschäftsführer Reese
Noch ungeklärt ist die Abfindungsregelung für den ehemaligen Geschäftsführer Steffen Reese. Räder zeigte sich zuversichtlich, hier eine Einigung zu finden, die mit der Gemeinnützigkeit des Verbands vereinbar sei. Erste Gespräche hätten bereits stattgefunden, so der Verband.
Reese war fast 20 Jahre lang Geschäftsführer. Im August wurde ihm gekündigt. Die Naturland-Krise hatte auch diesen Hintergrund: Mitglieder des damaligen ehrenamtlichen Präsidiums sollen Reese eine Gehaltserhöhung von 16 Prozent zugestanden und eine Vertragsklausel gestrichen haben, wonach ein Geschäftsführer mit 67 Jahren ausscheidet. Der bisherige Präsident Heigl soll davon erst nach Monaten erfahren haben.
